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CD-Besprechung

Franz Krommer Streichquartette

CAvi-music 8553142

1 CD • 78min • 2008

11.06.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Das Andenken Franz Krommers halten heute vor allem die Bläser hoch, die der vor 250 Jahren als Frantisek Kramar in Mähren Geborene und in Wien zum Kaiserlichen Kammerkomponisten Aufgestiegene mit einer schier unerschöpflichen Fülle von dankbaren Werken bedacht hat. Dabei war Krommer von Hause aus Geiger und wurde zu seiner Zeit als der nach Haydn bedeutendste Streichquartett-Komponist geschätzt und gewissermaßen als Rivale Beethovens betrachtet. Seine rund hundert Quartette wurden in ganz Europa nachgedruckt und erfreuten sich sowohl bei professionellen Musikern als auch bei anspruchsvollen Dilettanten äußerster Beliebtheit.

Dass eine solche Wertschätzung nicht aus der Luft gegriffen ist, macht die vorliegende Veröffentlichung dreier Quartette deutlich, von denen zwei als Welt-Ersteinspielung geboten werden. Krommer ist alles andere als ein bloßer Epigone. Auf Haydn fußend, stecken seine Quartette voll von eigenständigen Ideen und warten allenthalben mit Überraschungsmomenten auf. Dichte thematische Arbeit, eine sehr eigenartige und elaborierte Harmonik, kühne Chromatik, originelle Stimmführung und wirkungsvolle Gegenüberstellung von Klangebenen machen den Reiz dieser Kompositionen aus, die technisch zudem erhebliche Anforderungen stellen und alle vier Instrumente gleichermaßen solistisch fordern.

Das Marcolini Quartett, dessen Name von der gemeinsamen Begeisterung für feinste belgische Pralinen herrührt, verfügt über ein feines Gespür für Krommers Klangsprache. Dem virtuosen Anspruch seiner Schreibweise werden sie weitgehend gerecht, kleinere intonatorische oder rhythmische Unschärfen vermitteln den Eindruck, als handele es sich um einen Livemitschnitt. Die Geiger Jörg Buschhaus und Frauke Pöhl, der Bratscher Stefan Schmidt und der Cellist Martin Fritz stammen aus dem Umfeld von Concerto Köln und bringen (glücklicherweise mit Maßen) Spielweisen und Manieren der historisierenden Aufführungspraxis in ihre Wiedergabe ein, was zu einem spröden, manchmal etwas gequetschten Klangbild führt, aber auch die Dramatik mancher Passagen unterstreicht. Immerhin beschert uns das Quartett im Ganzen gesehen mit dieser Aufnahme eine willkommene, hochinteressante Repertoireerweiterung.

Sixtus König † † [11.06.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Vinzenz Krommer
1Streichquartett d-Moll op. 74 Nr. 3 00:32:33
5Streichquartett a-Moll op. 103 Nr. 3 00:21:59
9Streichquartett F-Dur op. 19 Nr. 2 00:23:13

Interpreten der Einspielung

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