Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

Besprechung CD

Kaleidos KAL 6317-2

1 CD • 66min • 2011

00.00.00

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Ob Clara Schumann wirklich zur Ikone der kompositorischen Gender-Bewegung taugt, als die sie mühevoll aufgebaut wurde, kann man in Frage stellen, ohne gleich politisch inkorrekt zu werden. Die Drei Romanzen op. 22 etwa, welche das gut gespielte, doch nicht durchgehend qualitativ hochstehende Programm „Hommage à Clara Schumann“ der Cellistin Katharina Deserno und des Pianisten Nenad Lecic einleiten, zeigen vor allem, dass Clara den Stil ihres Mannes Robert Schumann gut imitieren konnte. Man sehe nur auf die Faktur des Komponierten, nicht auf das Geschlecht: Eigene Akzente sucht man vergeblich, die Musik gibt es schlichtweg nicht her, Clara als Komponistenpersönlichkeit Robert Schumann gleichzustellen.

Die „Hommage à Clara Schumann“ der weißrussischen Komponistin Oxana Omelchuk (geboren 1975) hat also eigentlich keinen starken Referenzpunkt; liegt es daran, dass das Stück für Violoncello solo merkwürdig unentschieden wirkt? Omelchuk nutzt viele Möglichkeiten des Violoncellos und interpoliert gesprochene Tagebucheintragungen Claras, doch das Stück zerfällt in auch vom Material her willkürliche Episoden, die sich nicht spezifisch und sinnhaft auf das Sujet beziehen. Das hätte man komplexer machen können. Das Werk mit der größten kompositorischen Statur ist die von echtem Metier getragene und wirklichem Formgefühl erfüllte Violoncellosonate D-Dur op. 17 von Luise Adolpha le Beau, welche vom Unterricht bei Rheinberger und Lachner offenkundig, übrigens auch nach eigenen Aussagen, ungleich mehr profitierte als von der Unterweisung durch Clara. Deserno und Lecic ergeben spielerisch eine echte Einheit, besonders im Hinblick auf die ausdrucksvolle Agogik, und treffen den hymnischen Ton, ohne ihn je aufzuplustern. Dieses Stück kommt ganz ohne jene feministische Protektion aus, die im politisch-sozialen Leben notwendig ist, im ästhetischen Bereich jedoch, der von Qualität und nicht Politik lebt, sich schädlich auswirkt.

Prof. Michael B. Weiß [00.00.00]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Clara Schumann
1Romanze D flat major op. 22 No. 1 for Violin and Piano – Andante molto 00:03:24
2Romanze g minor op. 22 No. 2 for Violin and Piano – Allegretto, mit zartem Vortrge 00:03:08
3Romanze B flat major op. 22 No. 3 for Violin and Piano – Leidenschaftlich schnell 00:03:45
Oxana Omelchuk
4Hommage à Clara Schumann 00:12:57
Sophie Seibt
5Romanze C-Dur op. 1 Nr. 1 00:03:12
Luise Adolpha Beau
6Sonate op. 17 für Violoncello und Klavier 00:16:56
Fanny Mendelssohn-Hensel
9Fantasia g-Moll für Violoncello und Klavier 00:06:55
10capriccio As-Dur für Violoncello und Klavier 00:08:15
Rebecca Clarke
11Epilogue 00:07:01

Interpreten der Einspielung

Das könnte Sie auch interessieren

21.11.2024
»zur Besprechung«

Alle Menschen werden Schwestern, Anouchka & Katharina Hack

14.04.2024
»zur Besprechung«

Libertad, The Will to Freedom

05.01.2024
»zur Besprechung«

Deserno plays Dinescu, Works for Violoncello by Violeta Dinescu

31.10.2023
»zur Besprechung«

Mythen, Strauss Schumann Szymanowski

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige