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CD-Besprechung

Mart Saar Works for Piano

Antes BM319283

1 CD • 71min • 2002, 2012

04.03.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Die Klavierwerke des estnischen Komponisten Mart Saar (1882 – 1963) mögen ihrem Erzeuger – wie es im Begleitheft heißt – in der Heimat „eine bedeutende Stellung sichern". Bei der Hörlektüre jedoch der hier vorgelegten 45 Kleinigkeiten fällt es mir schwer, gleichsam als lauschender Außenseiter einer solchen Bewertung beizupflichten. Saar bewegt sich in seinen kompositorischen und im Speziellen auch seinen Handgriffigkeiten in den Bahnen einer maßgebend vom estnischen Liedgut beeinflussten Mitteilungsgeste. Zu lokalisieren ist sie im Kleinformatigen dieser Skizzen, „Volksweisen" und Charakterstückchen im stilistischen Irgendwo (oder auch Nirgendwo) der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ich musste gelegentlich an Prokofieffs Visions fugitives und an Gedankenblitze von Skrjabin denken, aber es mangelt den „Bagatellen", „Momenten", Walzern oder Mazurken an Prägnanz im Motivischen und an Unverkennbarkeit im Bereich der pianistischen Ausformung. Was spieltechnische Brillanz anbelangt, so wird sie dem Ausführenden nur in Spurenelementen abverlangt. Es überrascht nicht, wenn im Beiheft verraten wird, dass Saars Klavierschaffen von seinen Liedern für Solostimme bzw. für Chorgruppierung sozusagen überlagert war. Und dies wird – das wage ich vorauszusagen – auch so bleiben, zumal es dem 1942 in Talinn geborenen Pianisten Vardo Rumessen nicht gelingt, durch Raffinesse und Gewandheit im Vortrag das Mögliche an Funken und Pointen aus dem ihm anvertrauten musikalischen Hand- und Fußnoten zu kitzeln. Wenn ich hier von Funken spreche, dann auch in Anbetracht der extremen Knappheit einiger Stücke. Ein Folk Tune in E-Dur nimmt den Hörer ganze 24 Sekunden in Anspruch, soweit man überhaupt von Anspruch reden darf.

Wer an der Geschichte der estnischen Musik interessiert ist oder als Este Neugier auf vergessene heimische Leistungen verspürt, dem kann man diese zumindest textlich informative Publikation empfehlen. Neben den Klavierwerken etwa von Eduard Tubin jedoch bleiben Saars Stücke von nachrangiger Bedeutung, in friedlicher Konkurrenz zum bekannten Klavierrepertoire des 20. Jahrhunderts auf verlorenen Posten.

Peter Cossé † [04.03.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Mart Saar
1Skizze 00:03:02
2Kleiner Walzer d-Moll 00:02:02
3Walzer C-Dur 00:02:01
4Walzer A-Dur 00:02:09
5Walzer Des-Dur 00:01:49
6Mazurka g-Moll 00:01:29
7Mazurka h-Moll 00:02:17
8Impromptu H-Dur 00:02:13
9Elegie a-Moll 00:02:56
10Elegie fis-Moll 00:02:59
11Bagatelle h-Moll 00:00:33
12Bagatelle E-Dur 00:01:29
13Bagatelle h-Moll 00:00:44
14Tanz e-Moll 00:01:46
15Rösslein 00:00:31
16Trauermarsch 00:03:22
17Moment e-Moll 00:02:50
18Moment E-Dur 00:01:49
19Moment G-Dur 00:01:04
20Humoreske G-Dur 00:01:28
21Humoreske Etüde e-Moll 00:01:03
22Lied an die Föhre 00:02:21
2319 Volkslieder für Klavier 00:20:13
42Improvisation Nr. 1 F-Dur 00:02:01
43Groteske 00:00:52
44A Bagpipe Tune 00:00:53
45Estnischer Tanz G-Dur 00:01:27

Interpreten der Einspielung

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