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CD-Besprechung

Robert Radecke

Orchestral Works

cpo 777 995-2

1 CD • 65min • 2015

31.03.2016

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Es gibt sie noch, die unentdeckten Schätze, die gewissermaßen in den Nischen und Ecken der Musikgeschichte ihrer Entdeckung harren. So ist es auch mit der Musik von Robert Radecke, einem Zeitgenossen von Johannes Brahms und Robert Schumann, der mit beiden gut befreundet war und nicht weniger qualitätsvolle Musik komponiert hat, im Gegensatz zu diesen beiden jedoch kaum nachhaltig in Erinnerung geblieben ist.

Das liegt zum einen im relativ übersichtlichen Schaffen Radeckes begründet, der zwar an die 200 Werke komponiert hat, von denen jedoch nur ein relativ geringer Anteil – nämlich 58 – eine richtige Opus-Zahl erhalten hat. Gründe hierfür liegen vor allem in der Tätigkeit Radeckes als Dirigent und Operndirektor, die ihm kaum Zeit für das Komponieren ließ, und der wohl Radecke eigenen großen Skrupelhaftigkeit, die nicht alle entstandenen Werke der Aufnahme in den Opus-Kanon für würdig erscheinen ließ. Dies ist umso bedauerlicher, weil seine Musik – wiewohl sie deutlich den Geist Brahms′ und Schumanns atmet – sich nicht hinter ihren Vorbildern zu verstecken braucht.

Radecke beherrschte sein Handwerk, und nicht nur das: die auf dieser CD zu hörenden Werke bestechen durch musikalischen Einfallsreichtum und souveränen Einsatz aller musikalischen Mittel. Die beiden Scherzi op. 52 etwa sind betont geistreich und atmen mitunter Schumannsche Leichtigkeit, die Sinfonie op. 50 kann sowohl im Hinblick auf ihre Dimension, als auch in Bezug auf den kompositorischen Anspruch locker mit Brahms'scher Gewichtigkeit mithalten.

Dass diese Werke einen so guten Eindruck hinterlassen, ist nicht zuletzt das Verdienst dieser hervorragenden Einspielung. Mit dem Sinfonie Orchester Biel Solothurn unter der Leitung von Kaspar Zehnder ist hier ein professioneller Klangkörper am Werk, der Radeckes Musik im besten Licht erscheinen lässt. Die Ouvertüre zu Shakespeares König Johann op. 25 etwa spielt man mit großartiger Verve und gewissermaßen mit der Tür ins Haus fallendem Elan. Das hat rhythmischen Biss, ja stellenweise fast schon zu viel. Doch ist es packend und lässt die musikalische Delikatesse an keiner Stelle leiden. Fabelhaft!

Guido Krawinkel [31.03.2016]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Robert Radecke
1Ouvertüre zu Shakespeare's König Johann op. 25 00:10:32
2Sinfonie F-Dur op. 50 (Seinem Freunde Philipp Spitta zugeeignet) 00:33:15
6Nachtstück op. 55 (Seinem Freunde Joseph Joachim zugeeignet) 00:09:43
7Scherzo I op. 52 Nr. 1 00:05:36
8Scherzo II op. 52 Nr. 2 00:05:41

Interpreten der Einspielung

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