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CD-Besprechung

Franz Krommer

Symphonies 6 & 9

cpo 555 337-2

1 CD • 65min • 2016, 2017

06.04.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Vom Publikum, von Kollegen und der Kritik sehr geschätzt, und doch schon zu Lebzeiten nahezu in Vergessenheit geraten: Wahrscheinlich hatte Franz Krommer (1759-1831), dessen kompositorisches Schaffen hauptsächlich in seine Wiener Zeit fiel – wahrscheinlich hatte der ab 1818 am österreichischen Hof angestellte Kammer-Capellmeister und kaiserliche Hofkomponist einfach nur Pech, dass ausgerechnet Beethoven in Wien auf den Plan trat. Dabei strotzen gerade Krommers Sinfonien nur so vor Ausdruckswillen, Kraft, Gefühl und motivisch-thematischem Reichtum. Das belegen auch die hier vom Orchestra della Svizzera italiana unter der Leitung von Howard Griffiths glühend, voller Empfindungstiefe und mit größter Klarheit eingespielten Sinfonien Nr. 6 D-Dur (1823) und Nr. 9 C-Dur (1830). Lustvoll, jederzeit hoch spannend und in der farbenfrohen Klangdramaturgie höchst reizvoll – diese Herangehensweise überzeugt auf ganzer Linie. Zwischen ätherischem Pianissimo und heftigen Orchesterschlägen und -ausbrüchen scheint Howard Griffiths und seinem perfekt ausbalancierten Orchester nicht das kleinste Detail zu entgehen. Vielleicht zündelt Griffiths in Sachen Tempi und Dynamik ein wenig zu viel. Aber genau dieser so temperamentvolle Zugriff macht Krommers zündende Rhythmen und Melodien in beiden Werken erst richtig erfahrbar, auch die fantasievollen und oft recht unkonventionellen harmonischen Entwicklungen.

Kraft und Spannung, aber auch irritierender motivischer Reichtum

Krommers sehr kraftvolle Tonsprache hat für mich jedoch auch etwas leicht Irritierendes. Alles scheint darauf ausgerichtet zu sein, die Aufmerksamkeit und Gunst des Publikums mit aller Macht fast schon zu erzwingen. Selbst in den langsamen Sätzen spürt man diese unbedingte Entschlossenheit, die einem natürlichen Atem oder einem bei aller Spannung auch notwendigen entspannenden musikalischen Fluss kaum eine Chance lässt. Auch fehlen mir bei allem motivischen Reichtum dann doch Themen und Melodien, die wirklich im Gedächtnis haften bleiben, an denen sich die Hörenden orientieren können. Dafür fasziniert die exzellente Spielkultur und beseelte Ausdruckshaltung des Orchestra della Svizzera italiana um so mehr.

Christof Jetzschke [06.04.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Vinzenz Krommer
1Symphony Nr. 6 D-Dur Padrta I:6 00:33:09
5Sinfonie Nr. 9 Padrta I:9 00:31:55

Interpreten der Einspielung

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