Elfrida Andrée
Symphony No. 1 • Fritiof-Svit

cpo 555 589-2
1 CD • 63min • 2022
17.03.2025
Künstlerische Qualität:
Klangqualität:
Gesamteindruck:
Klassik Heute
Empfehlung
Wenn es um komponierende Frauen geht, fällt auch dieser Name immer wieder: Elfrieda Andrée. Die schwedische Komponistin war nicht nur die erste Domorganistin überhaupt, sie kämpfte an mehreren Fronten für die Rechte der Frauen, erkämpfte nicht nur sich das Recht, einen solch renommierten Posten überhaupt bekleiden zu dürfen, sondern sorgte auch für andere berufliche Perspektiven ihres Geschlechts – etwa das Recht als Telegraphistinnen tätig sein zu dürfen. Mit den Vorurteilen der Männer hatte sie dabei immer zu kämpfen, wie sich aus vielen Rezensionen herauslesen lässt. Um so spannender ist es, wenn man sich nun selbst ein Urteil bilden kann, da viele neue Notenausgaben und CD-Aufnahmen das Bild der komponierenden Frau in der Musikgeschichte zu korrigieren trachten. Zu Recht! Auch diese CD ist dazu angetan, dieses Bild nachhaltig zu verändern, denn ob diese Musik nun von einer Frau oder einem Mann komponiert wurde, hört man schlichtweg nicht, da geht es nur um die Qualität der Komposition. Und die dürfte in diesem Fall außer Frage stehen. Und die Tatsache, dass sich Andrée als Opernkomponistin nicht hat durchsetzen können – wie im Übrigen manch männlicher Kollege auch – dürfte sicherlich nicht an ihrem Geschlecht gelegen haben.
Ausgezeichnete Klangkultur
Das Norrköping Symphony Orchestra hat unter der Leitung des deutschen Dirigenten Herrmann Bäumer die erste Symphonie Andrées und ihre Fritiof-Suite aufgenommen, zwei großformatige Werke, spätromantisch üppig und groß besetzt. Die fünfsätzige Suite fußt auf einer Geschichte aus der nordischen Mythologie, die seinerzeit viele Komponisten inspiriert hat. Die Symphonie – im Übrigen die erste einer Frau aus Skandinavien – entspricht der konventionellen viersätzigen Norm, wie sie sich seit der Klassik durchgesetzt hat. Ihre Behandlung des Orchesters und kompositorischer Details steht der männlicher Kollegen in nichts nach. Eigentlich gibt es überhaupt nichts Auffälliges an dieser Symphonie, bis auf die Tatsache vielleicht, dass sie von einer Frau komponiert wurde. Musikalisch jedenfalls überzeugen Werk und Interpretation vollauf. Das Norrköping Symphony Orchestra spielt formidabel, mit viel romantischem Brio, präzise, energisch, mit ausgezeichneter Klangkultur und einem packenden musikalischen Zugriff. Hermann Bäumer steuert den großen Orchesterapparat zielgenau, mal mit dramatischem Zugriff, mit melodischem Pathos, dynamischer Flexibilität oder kantablem Ausdruck. So kommt Andrées spätromantische Musik hervorragend zur Geltung. Endlich!
Guido Krawinkel [17.03.2025]
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Komponisten und Werke der Einspielung
Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
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CD/SACD 1 | ||
Elfrida Andrée | ||
1 | Fritiof-Svit | 00:27:50 |
6 | Sinfonie Nr. 1 C-Dur | 00:35:10 |
Interpreten der Einspielung
- Norrköping Symphony Orchestra (Orchester)
- Hermann Bäumer (Dirigent)