Offenbacher Sinfonie
Musik von Johann Anton André, Wolfgang Amadeus Mozart und Battista Viotti
Maximilian Junghanns • Douglas Bostock • Capitol Symphonie Orchestra
Rondeau ROP6279
1 CD • 66min • 2024
18.01.2026
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Gesamteindruck:![]()
Das Musikhaus André im hessischen Offenbach, gegründet vor 250 Jahren, ist bis heute eine bedeutende Institution. Johann Anton André (1774 – 1842), der Sohn des Gründers, war nicht nur Verleger, sondern auch ein angesehener Komponist, der neben zwei Opern Orchesterwerke, Kammermusik, Klaviermusik und Lieder schuf. Das ebenfalls in Offenbach beheimatete Capitol Symphonie Orchester hat nun unter Leitung des britischen Dirigenten Douglas Bostock die Große Sinfonie in Es-Dur op. 25 von André aus dem Jahr 1804 eingespielt.
Eine Wiederentdeckung
Das viersätzige Werk ist geprägt durch Fanfaren-Motive, die immer wieder auftauchen und ein starke Bläserbesetzung (unter anderem vier Hörner und eine Tenorposaune) verlangen. Die etwas kurzatmige Thematik folgt dem Stil der Zeit und ist im Gehalt recht weit entfernt von einem mächtigen Werk wie Beethovens Eroica, die im Jahr zuvor entstand. Eine Besonderheit ist der langsame Satz, der mit einem Rezitativ beginnt und endet, als wolle der Komponist an seine Opernproduktion erinnern. Dass die Streicher gegenüber den Bläsern ins Hintertreffen geraten, liegt zum einen an der Partitur, zum andern aber wohl auch an der zahlenmäßigen Verteilung der Klanggruppen. Douglas Bostock bringt das Ensemble jedenfalls in Schwung und sorgt für Präzision.
Nähe zu Mozart
Dies gilt auch für Mozarts Ouvertüre zu Don Giovanni, mit der die CD vielversprechend beginnt. Allerdings stört auch hier das mangelnde Gleichgewicht zwischen Streichern und Bläsern. Positiv ist die federnde Leichtigkeit zu vermerken, mit der das Ensemble das rasche Tempo meistert, ohne die Durchsichtigkeit zu verlieren.
Ein virtuoses Violinkonzert
Mozart hat auch seine Hand im Spiel bei der Wiedergabe des Violinkonzerts Nr. 16 in e-Moll aus dem Jahr 1790 von Giovanni Battista Viotti (1755 – 1824), denn die Ergänzung um zwei Trompeten und Pauken gibt dem Stück mehr Nachdruck und Spannung. Maximilian Junghanns ist ein Solist, der seinen Part rank und schlank bewältigt, mit feinem Ton und unaufdringlicher Brillanz, sehr genau auf das Orchester achtend, das seinerseits mit dezenter Begleitung auftritt. Neben den für Viotti typischen virtuosen Passagen gelingen auch die lyrischen Soli, vor allem im kurzen Adagio-Mittelsatz, eindrucksvoll.
Das Booklet (deutsch und englisch) bietet ausführliche Informationen zum André-Verlag wie zu den drei aufgenommenen Werken, verfasst von Ralph Philipp Ziegler, und biografische Notizen zu den Interpreten.
Prof. Klaus Trapp [18.01.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Wolfgang Amadeus Mozart | ||
| 1 | Ouvertüre zu Don Giovanni KV 527 | 00:06:30 |
| Giovanni Battista Viotti | ||
| 2 | Violinkonzert Nr. 16 e-Moll G 85 | 00:28:53 |
| Johann Anton André | ||
| 5 | Große Sinfonie Es-Dur op. 25 | 00:30:35 |
Interpreten der Einspielung
- Maximilian Junghanns (Violine)
- Capitol Symphonie Orchester (Orchester)
- Douglas Bostock (Dirigent)
