Als Jacob Gershovitz wurde er am 26. September 1898 in Brooklyn geboren, weltbekannt geworden ist er unter dem Namen George Gershwin – die Namensänderung hat die damalige Einwanderungsbehörde veranlasst. Zunächst deutete nichts auf Georges besondere musikalische Begabung hin. Erst als sein Vater 1910 ein Klavier anschaffte – eigentlich für seinen größeren Bruder Ira –, kam sein Talent zutage. Mit sechszehn verdiente er bereits als „Song-Plugger“ bei einem Verlag am Broadway sein erstes Geld, indem er den Verlagskunden verkaufsfördernd die neuesten Lieder vorspielte. Bald begann er, Songtexte seines Bruders Ira zu vertonen und machte mit kaum 20 Jahren als Komponist von Musicals, Bühnenmusiken und Schlagern von sich reden. La, La, Lucille war 1919 sein erstes komplettes Musical, mit Songs wie Swanee, Fascinating Rhythm, The Man I Love und weiteren Musicals (Lady Be Good, Oh, Kay!) war er am Broadway richtig erfolgreich. Die Broadway-Komponisten Irving Berlin und Jerome Kern waren dabei seine großen Vorbilder. 1924 komponierte er für Paul Whitemans Big Band die Rhapsody in Blue, bei der er Elemente des Jazz mit dem klassisch-romantischen Konzertstil erfolgreich verknüpfte. Mit der Rhapsody landete er seinen ersten Welterfolg. Shows wie Funny Face und Of Thee I Sing brachten ihn nach Hollywood, wo er seine erfolgreichsten Werke für Fred Astaire schrieb. 1925 entstand sein dreisätziges Klavierkonzert in F. Auf einer Europareise lernte er Ravel, Milhaud und Strawinsky kennen und ließ sich zu einem seiner populärsten Stücke, der Orchesterfantasie An American in Paris (1928), inspirieren; eine Reise nach Cuba gab ihm die Anregung zur Cuban Overture (1932). Das Musical Of Thee I Sing (1931) erhielt als erstes seiner Gattung den Pulitzer-Preis. Trotzdem war Gershwin schon sehr früh unzufrieden darüber, dass er nur als Komponist leichter Unterhaltungsmusik betrachtet wurde. Dennoch schaffte er, was Generationen seiner Landsleute vergeblich versucht hatten: die Begründung einer spezifisch amerikanischen Musiksprache. Mit seiner Oper Porgy and Bess (1935) legte er nicht nur seine fundierteste Orchesterpartitur vor, sondern schuf damit gleichzeitig die erste genuin amerikanische Oper. Den weltweiten Siegeszug trat Porgy and Bess mit seinem unvergleichlichen Summertime durch ein Broadway-Ensemble allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa an. Diesen Erfolg durfte George Gershwin nicht mehr erleben. Viel zu früh starb er am 11. Juli 1937 mit erst 38 Jahren an einem Gehirntumor.
»George Gershwin: Biographie und Einspielungen«
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