Mitteldeutschland präsentiert sich unterm Dach des Pariser Louvre
Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen unter dem Motto „Kultur. Innovation. Tradition.“
Durch seine jahrelange Tätigkeit als Beirat der HOPE Kapstadt Stiftung hat Unternehmer Roland Hess Verbindungen zu Lord Michel Anders Cavendish und dem Louvre selbst bekommen, die er nun Mitteldeutschland zugutekommen lässt. Die kulturelle Vielfalt der Region wird im Rahmen des „Festivals der kulturellen Vielfalt“ unter der Schirmherrschaft der französischen Nationalkommission der UNESCO ab dem 26. Mai 2026 für einen Monat mit großen Fotos und Infotafeln sowie weiteren Aktionen im Pariser Carrousel du Louvre präsentiert.
Bundesland Sachsen machte den Anfang
Ein Projekt, das im Vorjahr erstmals für eine deutsche Region umgesetzt wurde: Sachsen. „Wir fanden die Idee der Präsentation unserer Göltzschtalbrücke, der weltgrößten Ziegelsteinbrücke, vor über einer Million Besuchern im Louvre spannend und sagten unsere Teilnahme zu. Diese Zusage haben wir bis heute nicht bereut, denn an unserem Preisausschreiben haben sich über 1.300 Besucher aus der ganzen Welt beteiligt und gewonnen hat ein französisches Paar, dass wir diesen Sommer zu uns ins Vogtland einladen. Auch die Kontakte auf den Veranstaltungen waren uns wichtig – so entstand dort in Zusammenarbeit mit der Dresdner Whisky Manufaktur unser ‚eigener‘ Whisky, eingelagert in der Göltzschtalbrücke“, informiert Mike Purfürst, Bürgermeister der Stadt Netzschkau im Vogtland, der erstaunt war, dass etwa 75 Prozent der Besucher nicht aus Frankreich kamen, was sich beim Preisausschreiben bemerkbar gemacht hat.
Schlösser und Burgen als kulturelle Highlights
Dieses Jahr werden auf 22 großformatigen Fotografien sowie weiteren vier Großstelen Mitteldeutschlands kulturelle Highlights unter der Kuppel des Louvre gezeigt. Die Region präsentiert sich für einen Monat im Herzen von Paris unter dem Motto „Mitteldeutschland in Paris – Schlösser & Burgen als kulturelle Brücke Europas“. Drei Bundesländer, vereint in Kultur, Innovation und Tradition. „Schon bei der ersten Besprechung war klar, dass die Leuchtenburg in Paris dabei sein muss. 1806 zog Napoleon im dichten Nebel durch unser Tal, die Höhenburg blieb ihm wohl verborgen. Mit diesem Motiv machen wir nun im Carrousel du Louvre auf uns aufmerksam und laden die Franzosen ein, uns diesmal in friedlicher Absicht zu besuchen. Jena kennt man in Paris, schließlich trägt eine Metrostation der Linie 9 den Namen unserer Nachbarstadt und erinnert an die napoleonische Schlacht“, sagt Dr. Ulrike Kaiser, Direktorin der Stiftung Leuchtenburg. Maria Porske von der „Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten“ hat gleich 31 Schlösser und Gärten zur Auswahl. „Mit den Dornburger Schlössern und Gärten, Schloss und Park Altenstein sowie Schloss Friedenstein in Gotha werden drei Highlights der Schlösserwelt Thüringens vorgestellt. Sie stehen exemplarisch für die Vielfalt, die Thüringen zu bieten hat“, so Porske.
Historische Beziehung zu Frankreich
„Wann haben wir schon Mal die Chance, im weltberühmten Louvre dabei zu sein – zumal Erfurt seit Langem eine enge Verbindung zu Frankreich hat. Schon 1808 fand im Erfurter Kaisersaal der Fürstenkongress mit Kaiser Napoleon I. und Zar Alexander I. statt, im Anschluss war die Zitadelle Petersberg bis zum Inkrafttreten des Friedensvertrages noch sechs Jahre von den Franzosen ‚belegt‘, obwohl die Stadt schon längst wieder preußisch war. Nachdem die Stadt Erfurt die Zitadelle im Rahmen der Bundesgartenschau 2021 umfassend saniert hat, laden wir nun die Besucher des Louvre herzlich zu uns ein – passenderweise seit Dezember letzten Jahres mit einer direkten ICE-Anbindung nach Paris“, verrät Christian Fothe, Geschäftsführer der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH. Ulrike Köppel, Geschäftsführerin der Weimar GmbH, hat als Partner noch die Klassik-Stiftung mit ins Boot geholt – gemeinsam will man das Schloss Belvedere in Paris bewerben. Aber Köppel wirft noch mehr in die Waagschale: „Seit einem Jahr bildet Weimar mit Dresden und Leipzig das Kultur-Trio. Für uns ein wichtiger Schritt, damit wir den internationalen Markt gemeinsam bespielen können. Und da dieses Jahr für uns Frankreich im Mittelpunkt steht, werden wir die Ausstellung nutzen und auch als Kultur-Trio mit Veranstaltungen vor Ort sein.“
„Sachsen in Paris im letzten Jahr war schon der Hammer, aber dieses Jahr legen wir mit Mitteldeutschland in Paris noch eine Schippe drauf“, so Hess ganz optimistisch.
Weitere Infos: www.mitteldeutschland-in-paris.de
