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CD-Besprechung

Hans Georg Nägeli Verleger und Komponist

Musikszene Schweiz MGB CD 6193

1 CD • 79min • 2002

14.11.2002

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Eine schöne, ja mutige Idee liegt dieser CD-Publikation aus der Schweiz zugrunde. Erinnert wird an den Musikerzieher, Komponisten, Publizisten und Kulturpolitiker Hans Georg Nägeli aus Wetzikon (nahe Zürich), dessen Ehrgeiz, Wissen und Weitblick sich schon im Alter von 18 Jahren in der Gründung einer Musikalienhandlung samt Leihbibliothek zeigte. Später ging dieses Projekt an seinen Partner Hug über, dessen Namen bis zum heutigen Tag in Zürich für ehrenwerte, ausführliche Befriedigung musikalischer Wünsche bürgt. Nägeli wagte es als einer der ersten Verleger des frühen 19. Jahrhunderts, Bachs große Klavierwerke sowie die h-Moll-Messe zu publizieren, aber auch Werke von Clementi, Beethoven oder Cramer waren in seinem Katalog zu finden. Ein Mann also gleichsam mit akustischer Nase, denn die hier zu seiner Ehre von Hiroko Sakagami gespielten Stücke zählen zu den wichtigsten der genannten Autoren, zumal die fis-Moll-Sonate von Clementi, deren tonartliche und ausdrucksästhetische Nachbarschaft zu den berühmten fis-Moll-Sonaten von Schumann, Brahms, Hummel oder Skrjabin zu Recht im überaus instruktiven Begleittext von Hans-Joachim Hinrichsen hervorgehoben wird.

Die von Hiroko Sakagami sehr sorgfältig, ohne jede expressive Extravaganz vorgetragenen Werke ergeben unter diesem musikgeschichtlich-publizistisch Hörwinkel einen faszinierenden Einblick in die Szene der Neuen Musik einer gleichwohl zeitlos vibrierenden Vergangenheit. Die japanische Pianistin mit höchsten Luzerner Konservatoriumsehren und mit der schönen Last des Concours Clara Haskil (1987) beladen, bewältigt ihre Sache mit flinken, zuverlässigen Fingern, gibt genügend Anhaltspunkte, was das Woher und Wohin der verschiedenen Arbeiten anbelangt. Natürlich wird man bei eingehender Beschäftigung etwa mit Beethovens Es-Dur-Sonate op. 31,3 oder mit der brillanten fis-Moll-Melancholie Clementis auf bewährte Einspielungen zurückgreifen (im Fall des Italieners auf jene von Horowitz, Ciccolini oder Tipo!), doch hier geht es – wie skizziert – um eine Publikation von musikhistorischer Umsichtigkeit, in deren Gesamtprogramm sich der Komponist Nägeli mit einer seiner Toccaten gar nicht einmal ungünstig zu behaupten vermag.

Peter Cossé † [14.11.2002]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Hans Georg Nägeli
1Toccata Nr. 1 f-Moll für Klavier
Muzio Clementi
2Klaviersonate fis-Moll op. 25 Nr. 5
Johann Baptist Cramer
3Klaviersonate Nr. 2 G-Dur
Ludwig van Beethoven
4Klaviersonate Nr. 18 Es-Dur op. 31 Nr. 3 (Die Jagd)
Daniel Gottlieb Steibelt
5Klaviersonate Nr. 2 E-Dur

Interpreten der Einspielung

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