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CD-Besprechung

cpo 999 997-2

1 CD • 67min • 2002

13.10.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Mit viel Sorgfalt und großem Engagement leisten Gottfried Rabl und das Radio Symphonieorchester Wien hier ein Stück lange überfälliger Ehrenrettung für den Sinfoniker Egon Wellesz (1885-1974). Dabei waren durch den z.T. erbärmlichen Zustand des Aufführungsmaterials laut Booklet nicht unerhebliche Hürden zu überwinden: Rabl mußte die Neunte regelrecht grundlegend neu edieren. Es wäre sicher wertvoll, wenn seine diesbezüglichen Bemühungen auch der Musikpraxis zur Verfügung gestellt werden könnten. Denn zutagegefördert wurde hier ein unter dem Grau von 30 Jahren Patina verkanntes op. 111 des 20. Jahrhunderts – ein wie Beethovens Quartett altersradikales, zerrissenes Spätwerk. Auch die fast dreiviertelstündige Zweite, eine Art miniaturisiert-konzentrierte Mahler-Sinfonie mit sehr persönlicher Wellesz-Note, verdiente, weit öfter gespielt zu werden.

Das Radio Symphonieorchester Wien präsentiert sich als vorzüglicher Klangkörper mit engagierten Kräften, der offenbar mit Gottfried Rabl ausgezeichnet zusammenarbeiten und selbst mit den Wiener Philharmonikern in vieler Hinsicht ohne Weiteres konkurrieren kann. Ein Extralob gebührt den Bläsern, die ihr Zusammenspiel exzellent koordinieren und sehr gut intonieren. Ein Wermutstropfen ist freilich der Booklettext von Hannes Heher ( – ausdrücklich nicht die instruktiven zusätzlichen Bemerkungen von Rabl! –), welcher sich in wenig zweckdienlicher Programm-typischer Reiseführermanier analytisch durch die Partituren frißt und doch kaum Wesentliches über die Musik und deren Entstehung sagt.

Auch die Klangperspektive der insgesamt im oberen Qualitätsbereich anzusiedelnden Rundfunkproduktion ist gewöhnungsbedürfig: Das Orchester klingt praktisch um 90 Grad gekippt, nämlich aus einer Position oberhalb. Haben die Mikros unter der Decke gehangen? Man hört zwar viele Details der Faktur geradezu mikroskopisch heraus, doch leider bleiben wieder einmal aufgrund der konventionell-amerikanischen Orchesteraufstellung die zweiten Violinen völlig unterbelichtet; auch Zemlinsky rechnete schließlich mit der traditionellen Wiener links-rechts-Aufstellung...

Auf Booklet und Inlay stimmt schließlich die Angabe der Gesamtspielzeit nicht, die nicht 75’05, sondern nur 66’45 beträgt. Dennoch: Auf die Fortsetzung dieser ersten Wellesz-Gesamteinspielung darf man gespannt sein.

Benjamin-Gunnar Cohrs

9, 8, 9

Dr. Benjamin G. Cohrs [13.10.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Egon Wellesz
1Sinfonie Nr. 2 op. 65 (The English, 1947/1948)
2Sinfonie Nr. 9 op. 111 (1970/1971)

Interpreten der Einspielung

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