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CD-Besprechung

ECM 476 3054

2 CD • 1h 48min • 2004

03.11.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Eine Salzburger Aufführung der „Hammerklaviersonate“ op. 106 in Erinnerung, schien mir András Schiffs Beethoven-Bemühen und -Gelingen eher auf die frühen, von Haydn inspirierten, musikalisch redegewandt experimentellen Sonaten fokussiert zu sein, als auf die große, klanglich extrovertierte Dramatik der abend- und raumfüllenden Sonaten. Gerne werde ich diesen Eindruck in nächster Zukunft korrigieren, wenn dieses ECM-Projekt vorangeschritten ist. Die hier vorliegende erste Folge indes bestätigt meine Vermutungen, denn selten sind die drei Sonaten op. 2 und mehr noch die große Es-Dur-Sonate op. 7 so wendig, so bewegt und zugleich kontrolliert im Detail gemeistert worden – nämlich an der musikhistorischen Schnittstelle des Früheren, des Augenblicklichen und eines Kommenden, dessen Früchte wir Spätgeborenen zur Genüge kennen. András Schiff jedoch gelingt es, dieses Kommende im Kosmos der Beethoven-Sonaten so unschuldig anzusprechen, als spielte er im März des Jahres 2004 nicht nur in der Zürcher Tonhalle, sondern (freilich auf einem „modernen“ Flügel!) zu Zeiten der Werkentstehung – und dies im Namen (oder in Stellvertretung) Beethovens.

Gelöstheit und Forschheit, weite Perspektiven und liebevoll ausziselierte Details, gemessene, aber niemals ermüdende oder verhetzte Zeitmaße kennzeichnen diese ebenso launigen wie ernsthaften Aufzeichnungen, die vom Herausgeber als „Concert recordings“ angeboten werden und angesichts von Schiffs Sicherheit auf dem Podium auch als solche firmieren dürfen, selbst wenn das eine oder andere Detail nachträglich einem musikalischen „Lifting“ unterzogen wurde. Als besonders erfreulich möchte ich hier zwei Aspekte dieser Edition hervorheben. Zum einen die lockere, dabei stets substanzielle Behandlung der skalenintensiven Themenvorbereitung im Finalsatz der A-Dur-Sonate und die unforcierte, vitale Betriebsamkeit im ersten Satz der Es-Dur-Sonate op. 7, deren akkordische Mobilität vor allem von Benedetti Michelangeli in seiner DG-Einspielung bis zur Leblosigkeit eingefroren wurde. Insgesamt gehört und betrachtet: 108 Minuten Beethoven-Freude im Sinne einer Frischzellenkur, verabreicht von einem Pianisten der sein Handwerk nicht nur versteht, sondern auf goldenem Boden zu praktizieren weiß. Mit Neugier erwarte ich die drei Sonaten op. 10 und die Pathétique op. 13, sofern der Editionsplan auch weiterhin der Chronologie der Ereignisse folgt.

Peter Cossé † [03.11.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Klaviersonate Nr. 1 f-Moll op. 2 Nr. 1
2Klaviersonate Nr. 2 A-Dur op. 2 Nr. 2
3Klaviersonate Nr. 3 C-Dur op. 2 Nr. 3
4Klaviersonate Nr. 4 Es-Dur op. 7

Interpreten der Einspielung

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