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CD-Besprechung

Naxos 8.557347

1 CD • 72min • 2003, 2004

24.11.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Wenn man dem deutschen Gesamtverzeichnis der auf dem Markt befindlichen Tonträger inzwischen wieder glauben darf, so gibt es derzeit von dem weithin beglückenden Trio op. 29, das Vincent d’Indy im Jahre 1888 komponierte, keine weitere Aufnahme. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, wäre die vorliegende Veröffentlichung also schon ein Verdienst, und das desto mehr, als man den acht Bruch-Stücken op. 83 den Vorzug vor näherliegenden Kopplungen gegeben hat. So steht die anachronistische, positiv ausgedrückt: zeitlose Suite von 1910 mit ihren vielen subtilen (und schön ausgehorchten) Kostbarkeiten neben einer französischen Kreation, die mitunter bereits eine Ahnung vom kommenden Impressionismus hat, in erster Linie aber so voll „scharmanter” Einfälle steckt, daß man sich leicht wird vorstellen können, warum der Komponist selbst dieses Stück stets besonders schätzte.

Nicht zu verhehlen sind jedoch verschiedene Defizite der Darstellung. Das beginnt mit kleineren Ungenauigkeiten bei Max Bruch: in der – mit Liebe und viel Gestaltungswillen geblasenen – Klarinette bröckelt schon mal der Schlußton einer Phrase, und der Cellist scheint mitunter seine Finger auf dem kürzesten Weg von A nach B bewegen zu wollen. Der Augenblick der Wahrheit kommt dann allerdings im dritten Satz (Chant élégiaque) des d’Indy-Trios, wenn Klarinette und Cello in großen Unisono-Bögen wie ein „Überinstrument” geführt werden sollen, das hier aber, im konkreten Falle, wie Speiseöl und Wasser reagiert, nämlich gar nicht: Sowohl die Intonation als auch die Dynamik wollen nicht zusammengehen und resultieren an dieser delikaten Stelle in einem rechten Jammerton.

Dennoch bleibt ein insgesamt manierlicher Eindruck: Einmal, weil es mit dem Opus 29 von Vincent d’Indy trotz der genannten Vorbehalte etwas Exquisites zu entdecken gibt, und dann, weil die Musizierlaune der drei Ausführenden das gröbste Ungemach kompensiert.

Rasmus van Rijn [24.11.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Max Bruch
1Vier Stücke op. 83 für Klarinette, Viola und Klavier
Vincent d' Indy
2Trio op. 29 für Klarinette, Violoncello und Klavier

Interpreten der Einspielung

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