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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

BIS 1566

1 CD/SACD stereo/surround • 82min • 2006

21.09.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Ist die romantische Sinfonie zwischen Schumann und Brahms für Kammerorchester tauglich? Der dänische Dirigent Thomas Dausgaard, assistiert vom Schwedischen Kammerorchester, ist dieser Meinung und nennt sein Projekt anspielungsreich „Opening Doors“. Man steht im Zwiespalt vor einem Unterfangen, das mit zwei Dvorak-Sinfonien seine einschlägige tönende Illustration findet. Das 1995 gegründete und zwei Jahre später von Dausgaard übernommene Schwedische Kammerorchester umfasst 38 Musiker, alle unbestreitbar auf trefflichem Niveau; zieht man die bei Dvorak obligaten 18 Bläser ab, bleiben für die Streicher weniger als zwei Dutzend Ausführende.

Man darf Dausgaard und seinen Mitstreitern attestieren, dass sie konsequent bei ihrer verhaltenen Lesart bleiben. Also partout keinen „Big Sound“ erstreben, sondern sich lieber in pianissimo-Nischen verkriechen. Pathos und kraftstrotzende Fülle sind verbannt zugunsten eines intimen, sogar delikaten Musizierens. Totale Transparenz als keineswegs geheimes Motto. Allerdings, auch das Temperament wird auf der Sparflamme gekocht, und die böhmische Musizierlust erweist sich als Spielwiese für nicht immer nur aufregende Finessen. Zudem liegt es zwangweise an solch einer Besetzung, dass die Streicher gegenüber den Bläsern ins zweite Glied treten oder gar zur atmosphärischen Hintergrundsfolie absinken.

Zum Beispiel die eröffnenden Takte der Aus der Neuen Welt-Sinfonie: die Streicher, übrigens sehr adagio, fast nicht hörbar, während Flöten und Oboen dann um einiges pointierter hervortreten. Gleiches gilt für den lyrischen Auftakt der sechsten Sinfonie, wenn in der Parallelführung von Streichern und Bläsern die letzteren klanglich entschieden obenauf schwingen. In diesem D-Dur-Werk pendelt Dvoraks Stil zwischen tschechischen Reminiszenzen und einer milden Verbeugung vor Brahms – in Dausgaards Darstellung werden die beiden Sphären einander eher angenähert als konfrontiert. Sollte dies das Ergebnis einer (allzu) zurückhaltenden Darstellung sein, was selbst durch manch schöne Details kaum ausgeglichen werden kann? Insofern birgt die „türöffnende“ Devise durchaus doppelten Sinn: Man darf zwar in bekannte Landschaften hineinhorchen; diese allerdings sind nur durch einen Filter erkennbar.

Mario Gerteis † [21.09.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonín Dvořák
1Sinfonie Nr. 6 D-Dur op. 60 00:40:31
2Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 00:41:31

Interpreten der Einspielung

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