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CD-Besprechung

Troubadisc TRO-CD 01435

1 CD • 72min • 2006, 1992

29.04.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Wolfram Lorenzens Einspielungen der acht Schumann-Noveletten und der g-Moll-Sonate von Clara Schumann sind Produktionen des Schweizer Radios (DRS), die Abegg-Variationen von Robert Schumann entstanden am 14. Juni 2006 im Clara Wieck Auditorium Heidelberg/Sandhausen unter der Klangregie des Tonstudios Teije van Geest. Man greift also bei Troubadisc auf Dokumente früherer Jahre zurück, dem Label-Namen (und -Motto) entsprechend auf musikantischer Rundreise durch jene Landschaften, die für Lorenzens Pianisten-Troubade wichtig geworden sind. Und dies betreibt die Firma mit günstigen Resultaten, wie auch die parallel erschienene Zusammenstellung mit Konzertwerken von Reger (op. 114), Bartók (op. 1) und Mendelssohn Bartholdy (op. 22) gezeigt hat (TRO-CD 01437).

Im Kreis der unten ausgewählten Abegg-Interpreten macht Lorenzen mit flüssigem, in der Behandlung des Themas unaffektiertem Spiel eine recht gute Figur. An Weissenbergs superbrillante, ungemein klar strukturierende Aufnahme reicht das nicht heran, aber Lorenzen – wie so gut wie alle seine Schumann-Kollegen – werden ihr Glück nicht auf der pianistisch-intellektuellen Ebene à la Weissenberg gesucht haben. Auch Sviatoslav Richter in seiner Italien-Einspielung verhielt sich im Umfeld dieser jugendlichen, frisch-provokanten Variationen ziviler als Weissenberg – nicht weit entfernt in der Diktion, die von einer der ersten, wenn nicht gar der ersten DG-Einspielung von Christoph Eschenbach in Erinnerung ist.

Schumanns Noveletten sind bekanntlich schwieriges Pianisten-Gepäck. Nur selten sind sie auszugsweise im Konzertsaal zu erleben, schon gar nicht als Quasi-Zyklus. Immerhin nehmen sie gut 45 Minuten in Anspruch, wobei allein die „sehr lebhaft“ zu spielende Nr. 8 ein erhebliches Maß an Geduld erfordert. Solche Geduld fordert Lorenzens Darstellung dieses Finales und auch der anderen Noveletten nur selten, denn es gelingt ihm – wenn auch nicht so plastisch und stählern wie Richter mit den Nummern eins und zwei! – die wesentlichen lyrischen, tänzerischen und balladesken Elemente abzubilden, gewissermaßen verhalten und drängend auf Touren zu halten. Dies versucht er auch im Verlauf der g-Moll-Sonate von Clara Schumann, deren vier Sätze gelegentlich auch für den Schallplattenkatalog riskiert werden. Es ist ein löbliches Unterfangen. Jeder Musikfreund, der etwas tiefer in den Faltenwurf der Musikgeschichte eindringen möchte, wird die Bekanntschaft mit kompositorischen Äußerungen der Schumann-Gattin als erhellend betrachten. Aber auch diese Sonate ist und bleibt ein Werk von nachrangiger Bedeutung. Immerhin ziehe ich die Lorenz-Darbietung der hölzernen, akademisch-freudlosen Einspielung de Beenhouvers vor. Und auch die Naxos-Version mit der japanischen Pianistin Yoshiko Iwai bleibt im Vergleich zur Lorenzen-Entfaltung auf studentischem Niveau.

Vergleichsaufnahmen: R. Schumann – op. 1: Weissenberg (EMI), Haskil (1951 /Philips 475 7739, 1953/54 /Audite 23.421)), Vorraber (Thorofon CTH 2530), E. Stern (ZZT 070201), Itoh (Fontec FOCD 9322), Beatson (SOMM CD 086), Eschenbach (Great Pianists Philips 456 763-2 ), Banfield (cpo 999 598-2), Demus (Nuova era NE 7353), Zitterbart (gutingi 230), Vorraber (Thorofon CTH 2522), Lang Lang (DG 474 875-2), Richter (DG 459018-2), Grützmann (Hänssler PH05014), Op. 21: Vorraber (Thorofon CTH 2530), Itoh (Fontec FOCD 9326), M. Block (Pro Piano PPR 224514), Demus (Nuova era NE 7353), A. Schiff (ECM 472 119-2), Vorraber (Thorofon CTH 2523); op. 21, 1 und 2: Richter (DG); op. 21,8: Cziffra (EMI); C. Schumann: de Beenhouver (cpo 999758-2), Iwai (Naxos 8.553501).

Peter Cossé † [29.04.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Robert Schumann
1Abegg-Variationen op. 1 00:07:55
Clara Schumann
7Klaviersonate g-Moll 00:18:00
Robert Schumann
11Novelletten op. 21 00:45:39

Interpreten der Einspielung

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