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CD-Besprechung

cpo 777 507-2

1 CD • 71min • 2009

27.09.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Den „russischen Brahms" nannte ihn sein ein Jahr jüngerer Studienkollege Sergej Rachmaninow, andere sahen in ihm das Bindeglied zwischen Tschaikowsky und Strawinsky. Paul Juon, der 1872 in Moskau geborene und 1940 in Vevey gestorbene Spross einer schweizerischen Familie, der in Moskau bei Arensky und Tanejew sowie anschließßend in Berlin bei Bargiel studierte und später selbst als gesuchter Kompositionslehrer an der Berliner Musikhochschule wirkte (zu seinen Schülern zählten Kaminski, Jarnach, Wolpe u.a.), verdient die Wiederentdeckung, um die sich in jüngster Zeit neben dem Label „Musiques Suisses" vor allem jpc verdient macht.

Nach den 2008 veröffentlichten Klavierquartetten liegen jetzt zwei weitere Werke vor, die nachdrücklich bezeugen, dass die Kammermusik Juons eigentliche Domäne war: das Sextett c-Moll von 1902 für 2 Violinen, Viola, 2 Celli und Klavier und das Quintett F-Dur von 1909 für 2 Violinen, Viola, Cello und Klavier (nicht mit 2 Bratschen, wie im Booklet fälschlich angegeben !) – beides Meisterwerke aus spätromantischem Geist, die die typischen Merkmale von Juons Stil aufweisen: eine sprechende, von russischer Volksmusik beeinflusste Melodik mit oft unregelmäßigem Phrasenbau, rhythmische Freiheit, die von jedem starren Metrum losgelöst erscheint, und aparte, gleichwohl immer schlüssige harmonische Entwicklung. Das fünfsätzige Sextett enthält einen Variationen-Zyklus, der sich raffiniert auf die drei Mittelsätze verteilt. Das insgesamt herbere Quintett weist mit interessanten Klangwirkungen, rhythmischen Schärfen und einem eindringlichen Sostenuto-Satz auf Ravel und Bartok voraus.

Spiritus Rector der rundum überzeugenden Aufnahme ist – wie schon bei der Einspielung der Quartette – der Pianist Oliver Triendel, der den anspruchsvollen Klavierpart brillant meistert und unerhört flexibel zwischen Solisten- und Begleiter-Funktion hin- und her zu schalten versteht. Das durch den Cellisten Thomas Grossenbacher verstärkte Züricher Carmina Quartett steht dem Pianisten an technischer Souveränität und Einfühlung nicht nach und ist mit großem Engagement bei der Sache. Abgerundet wird die hervorragende Produktion durch einen kundigen, gut zu lesenden Begleittext.

Sixtus König † [27.09.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Paul Juon
1Sextett c-Moll op. 22 für 2 Violinen, Viola, 2 Violoncelli und Klavier 00:38:20
6Quintett F-Dur op. 44 für Violine, 2 Violas, Violoncello und Klavier 00:33:00

Interpreten der Einspielung

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