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CD-Besprechung

C.Ph.E. Bach

Keyboard Concertos Vol. 18

BIS 1787

1 CD • 68min • 2011

29.10.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Miklós Spányis Carl Philipp Emanuel Bach-Projekt wächst und wächst. Die schier unbegreifliche Fülle der konzertanten, bzw. auf das Cembalo oder auch das Clavichord allein bezogenen Arbeiten umreißen nicht nur ein annähernd halbes Lebenswerk aus der Perspektive des Schaffenden, sie können auch einen so emsigen Musiker wie den aus Budapest stammenden Miklós Spányi eine mehr als geraume Zeit beschäftigen Wir sind mit ihm und seinen tüchtigen Concerto Armonico-Mitstreitern bereits bei Folge 18 angekommen! Und machen Station auf einer in jeder Hinsicht aufschlussreichen, in vielen Passagen und Sätzen unterhaltsamen, aber auch aufregenden Reise durch das barocke Universum dieser Mini-Konzerte.

Bei der Hörlektüre der vier Cembalokonzerte (und unter der Berücksichtung von Spányis „benachbarten" Soloeinspielungen) gilt es sich auf deutlich voneinander abgegrenzte akustisch-dynamische Verhältnisse einzustellen. Bei den Aufnahmen der Sonaten, Fantasien und Rondos wird jeder Hörer die Lautstärke nach eigenen Vorstellungen und räumlichen Gegebenheiten einjustieren – dies auch im Hinblick auf einen möglichst den früheren Voraussetzungen entsprechenden Lautstärkepegel. Bei den vier hier aus dem Wq-bzw. dem H-Ordner dargebotenen Werken ist die Lautstärkewahl insofern schwieriger, als der Cembaloton im Verhältnis zu den Orchesterklängen sozusagen embryonal wirkt. Nach den ersten Tutti-Entfaltungen des einleitenden F-Dur-Konzerts scheint das Soloinstrument lediglich aus einem imaginären Nebenraum seine kleine, sanfte Stimme zu erheben. Dreht man etwas stärker auf, dann gerät das Orchester noch philharmonischer, bleibt man bei einer mittleren Einstellung, dann wirkt das Soloinstrument bis auf Weiteres, ja bis zum Ende aller Vorführungen wie unterbelichtet. Natürlich gewöhnt man sich an dieses – zumindest für meine Empfinden – beunruhigende Missverhältnis. Es gilt also dem Solisten vermehrte Aufmerksamkeit zu schenken. Und er hat als der instrumentale Gegenüber von Werk zu Werk genügend von kompositorischer Vielfalt, von kleinen und größeren Ergötzlichkeiten zu berichten. Es handelt sich bei seinem Vortrag um eine von Unauffälligkeit getragene, aber gelegentlich auch bedrohte Intensität. Um eine Bescheidenheit, die dem schönen Gang der Dinge ein Qualitätssiegel ist, kaum je aber das Besondere, das Abweichende etwas krasser in den Vordergrund rückt. Dadurch wirkt auch die auffallend dramatische Anlage des c-Moll-Konzerts gemildert, ein c-Moll - wenn man will – des forschen, aber guten Benehmens.

Interessant ist Miklós Spányis Hinweis im Begleitheft auf die Kadenzen, die für alle diese Konzerte von Carl Philipp Emanuel Bach vollständig ausgeschrieben vorliegen. Spányi bezeichnet diesen Umstand auch als Hilfe für Amateurmusiker, setzt aber hinzu, dass diese fertigen Einfügungen den Komponisten „zu großartigen Ideen" angeregt haben: Spányi weiter: „In diesen späten Konzerten sind die Kadenzen länger und organischer mit der thematischen Entwicklung verknüpft als in Bachs früheren Konzerten. Die herrliche Kadenz des c-Moll-Konzerts enthält thematisches Material aus allen drei Sätzen und führt die einzigartige Konzeption des Werks zu einem großartigen Höhepunkt." Großartigkeit, das muss man hinzufügen, auch in der Gesamtanlage mit vier Sätzen: Allegro assai, Poco Adagio, Tempo di Minuetto und Allegro assai.

Vergleichsaufnahmen: c-Moll Wq 43/4: Bashkirov – Csaba (Claves 50-1010), Katsaris – Lee (Piano 21 P 21013), Rische (Soloversion /Hänssler 98.653) .

Peter Cossé † [29.10.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Carl Philipp Emanuel Bach
1Konzert F-Dur Wq 43/1 H 471 für Cembalo und Orchester 00:15:20
4Konzert D-Dur Wq 43/2 H 472 für Cembalo und Orchester 00:23:05
7Konzert Es-Dur Wq 43/3 H 473 für Cembalo und Orchester 00:15:46
10Konzert c-Moll Wq 43/4 H 474 für Cembalo und Orchester 00:12:42

Interpreten der Einspielung

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