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CD-Besprechung

Gramola 98977

1 CD • 56min • 2012

05.04.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Wer wissen will, wie emotional der als bärbeißig geltende Brahms sein konnte, sollte sich beispielsweise das Autograph seines zweiten Klaviertrios C-Dur op. 87 ansehen (die nichtkommerzielle Internetbibliothek www.imslp@org hat es als digitalisiertes Faksimile veröffentlicht). Die Notenhälse sind dort, etwa gleich zu Beginn des Kopfsatzes, nach rechts geneigt, als ob sie ungestüm vorwärts preschen wollten. Diese Aufbruchsstimmung fängt das an sich gute Eggner Trio nicht ganz ein: Obwohl die drei Brüder viel Energie investieren und eine durchaus mitreißende Atmosphäre erzeugen, kann der Satz nicht abheben. Dazu trägt auch das viel zu stumpfe und enge Studio-Klangbild bei, das die wiederum an sich sonoren Instrumente beschwert und ihre freie Entfaltung behindert. Der Flügel büßt Naturtöne ein, die Streicher wummern gerade beim mehrgriffigen Spiel vernehmlich, man höre etwa die dritte Variation des langsamen Satzes, in welchem auch dem Klavier kaum ein wenig Hall zugestanden wird – Defizite der Raumakustik.

Davon abgesehen, würde man den Eggner-Brüdern manchmal aber auch ein wenig mehr Mut zum Ausdruck wünschen; müßten nicht die Streichermelodien in der zweiten Variation des „Andante con moto“ noch süßer schmelzen, müßten nicht die Rollfiguren zu Beginn der ersten Variation noch geheimnisvoller und fahler raunen oder die vielen Seufzer im Klavier viel expressiver, gestischer, weniger flach gespielt werden? Die Stärken des Eggner Trios liegen einerseits in der Kraftentfaltung; eindrucksvoll geraten Passagen, in denen Volumen gefragt ist, etwa die blockhafte dritte Variation. Andererseits ist das Zusammenspiel äußerst homogen, die Balance ausgewogen und die Phrasierung aufeinander abgestimmt.

Ein glücklicheres Händchen wäre dem Eggner Trio nicht nur bei der Wahl ihres Aufnahmeortes zu wünschen, sondern auch bei ihrer Repertoirewahl. Selbst der überaus informierte Begleittext von Claus-Christian Schuster gesteht zu, dass das Klaviertrio g-Moll op.17 von Clara Schumann bestenfalls zum „Gediegensten“ gehört, „was in diesem Genre zwischen Schubert und Brahms gesagt worden ist“. Mit den Werken dieser Autoren, geschweige denn mit den Trio-Kompositionen Robert Schumanns, kann dieses manchmal unbeholfene, manchmal rein epigonale Stück nicht mithalten.

Dr. Michael B. Weiß [05.04.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Klaviertrio Nr. 2 C-Dur op. 87 00:27:32
Clara Schumann
5Klaviertrio g-Moll op. 17 00:28:24

Interpreten der Einspielung

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