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CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

Carl Czerny • Max Bruch

Concertos for Piano Duo & Orchestra

cpo 555 090-2

1 CD • 61min • 2015, 2016

16.04.2018

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

„Carl Czerny und die Einzelhaft am Klavier“ so lautete einst der Titel eines Buches der Musikwissenschaftlerin und Pianistin Grete Wehmeyer. Der „Ahnvater des europäischen Virtuosentums“, wie sie ihn nannte, ist immer noch eher durch seine Lehrwerke wie die „Schule der Geläufigkeit“ denn durch seine oft in Fließbandarbeit entstandenen Kompositionen bekannt. Mit ihnen wurden unzählige Schülergenerationen malträtiert und Czernys Ruf nachhaltig beeinflusst. Nicht unähnlich verhält es sich mit Max Bruch. Der wird zumeist auf sein erstes Violinkonzert und das Konzertstück Kol Nidrei reduziert, und auch dies ist eine sehr partielle Wahrnehmung eines durchaus vielgestaltigen Schaffens.

Das Klavierduo Genova und Dimitrov hat nun Czernys vierhändiges Klavierkonzert und Bruchs Konzert für zwei Klaviere op. 88a nebst seinem Konzertstück op. 11 aufgenommen, die zunächst einmal etwas Licht in das Schaffen dieser ansonsten im Hinblick auf ihre öffentliche Wahrnehmung eher unterbelichteten Komponisten bringen können. Das Ergebnis kann zweifelsohne als gelungen bezeichnet werden. Ein Stück, welches das Klavierrepertoire nachhaltig bereichern könnte, ist z.B. Bruchs Fantasie op. 88a: virtuos, abwechslungsreich, charmant. Das Klavierduo Genova & Dimitrov spielt dieses ebenso unterhaltsame wie reizvolle Stück fulminant, sensibel und die Schlussfuge mit anschließender Coda mit geradezu rauschender Wucht.

Für die beiden Klavierkonzerte von Czerny und Bruch kommen zwei unterschiedliche Orchester zum Einsatz: das Genesis-Orchester, ein vorwiegend aus osteuropäischen Musikern bestehendes Projektorchester, und das Nationale Bulgarische Radiosinfonieorchester. Vor allem Das Genesis-Orchester hinterlässt hier einen ausgezeichneten Eindruck, nicht zuletzt hinsichtlich seiner Spielkultur. Insgesamt erlaubt diese sehr empfehlenswerte Einspielung lohnende Eindrücke eines leider allzu oft vergessenen Repertoires. Die Klavierkonzerte Bruchs und Czernys mögen vielleicht nicht in allen Details den Vergleich mit den Schlachtrössern des Repertoires standhalten. Beethoven mag mehr Tiefgang haben, Brahms tiefsinniger sein – doch hätte es ohne Komponisten wie Bruch oder Czerny einen Beethoven oder Brahms gegeben? Czerny hat nachweislich bei Beethoven Unterricht gehabt und war als Solist ebenso berühmt wie als Pädagoge.

Guido Krawinkel [16.04.2018]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Carl Czerny
1Konzert op. 153 für Klavier zu vier Händen und Orchester 00:27:44
Max Bruch
4Fantasie op. 11 für 2 Klaviere 00:10:26
5Konzert op. 88a für 2 Klaviere und Orchester 00:22:44

Interpreten der Einspielung

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