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CD-Besprechung

Niccolò Paganini

String Quartet No. 3, Three Duetti Concertanti

cpo 555 310-2

1 CD • 75min • 2017

22.04.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

„Wenn Paganinis gespensterhafte Gestalt die Violine ergriff und den Bogen auf die Saiten sausen ließ, so spann er die Gefühlsfäden seiner Hörer in ein nebelhaftes Geisterreich“, so stand es in der zeitgenössischen Presse über Niccolò Paganini zu lesen; und weiter: „… jeder Bogenstrich beschwor ein neues Gespenst herauf …“. Auch Henri Vieuxtemps (1820-1881), selbst ein berühmter Violinvirtuose, charakterisierte Paganinis Virtuosität auf der Geige als „so blendend, schwindelerregend, dass man sich sofort wie elektrisiert fühlte und sich willenlos von dieser wunderbaren Kunst unterjochen ließ“.

Virtuoser Geiger und Komponist

Niccolò Paganini (1782-1840) war der emblematische Violinsolist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und passend zu dieser Rolle als Weltstar tat er sich gemäß der Sitte seines Zeitalters auch als Komponist hervor. Diese CD vereint mit seinem dritten Streichquartett und drei Duetti concertanti für Viola und Fagott Kammermusik aus seiner Feder, wobei die Verbindung von Viola und Fagott eine ungewöhnliche Kombination zweier Soloinstrumente zum Klingen bringt.

Wollte man die Streichquartette Haydns, der mit Fug und Recht als der eigentliche Erfinder der Gattung gelten darf, oder den Quartetten von Mozart und Beethoven, seinen Nachfolgern in der Wiener Klassik, als Maßstab an Paganinis Komposition anlegen, griffe man sicherlich zu hoch. Schnell hatte sich das Streichquartett einen festen Platz im breiten Repertoire der Kammermusik der klassischen und romantischen Ära etabliert, und es verleugnet auch bei Paganini seine Herkunft aus der frühklassischen Form des Divertimento nicht. Paganini selbst war ein großer Bewunderer der Streichquartette Ludwig van Beethovens, die er gern musizierte. Seine eigenen drei Quartette wollen offenbar dem großen Vorbild nicht nahekommen und stechen auch nicht durch besondere Schwierigkeit hervor: Fast sieht es aus, als wolle er mit Stücken, die einem weiten Kreis von Musikliebhabern für private Aufführungen zugänglich sind, dem Streichquartett auch unter Amateurmusikern eine breite Öffentlichkeit verschaffen – und mit dem Charme, den das Werk noch heute ausstrahlt, darf man dem Komponisten durchaus bescheinigen, dass sich Laienmusiker höherer Qualität durchaus mit Vergnügen dieses Stückes annehmen können.

Seltene Instrumentalkombination

Die drei Duetti concertanti für Viola und Fagott vereinen zwei Instrumente, die in der Musik bis zum Ende des 18. Jahrhundert eher eine dienende Rolle einnahmen: die Bratsche im Bereich der Mittelstimme und das Fagott als Instrument im Basso continuo. Paganini verschafft den beiden Instrumenten einen wirkungsvollen Auftritt – ihre Klangfarben ergänzen sich reizvoll im Duett, und ihr Dialog entfaltet eine Spannung, deren Dramatik trotz der etwas antiquierten Satztechnik durchaus anziehend wirkt.

Die Leistungen der Interpreten lassen Kenntnis über das Repertoire, das sie vorführen, und dessen Platz in der Musikgeschichte spüren – darüber hinaus merkt man ihnen auch deutlich an, dass sie sich dieser Musik auf eine sehr angenehme Weise mit unverhohlener musikantischer Freude widmen.

Detmar Huchting [22.04.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Niccolò Paganini
1Quartett Nr. 3 a-Moll M.S. 20 für 2 Violinen, Viola und Violoncello 00:25:30
5Duetto concertante Nr. 1 F-Dur M.S. 130/1 für Violine und Fagott 00:16:32
7Duetto concertante Nr. 2 c-Moll M.S. 130/2 für Violine und Fagott 00:16:30
9Duetto concertante Nr. 3 D-Dur M.S. 130/3 für Violine und Fagott 00:16:03

Interpreten der Einspielung

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