Ralph Vaughan Williams war einer der impulsgebenden englischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, der auch Komponisten wie Benjamin Britten oder Michael Tippett beeinflusste. Er wurde am 12. Oktober 1872 in Down Ampney, Gloucestershire, als Sohn eines Vikars geboren. Bereits mit drei Jahren verlor er seinen Vater und wuchs bei einer Tante auf, die ihm den ersten Musikunterricht erteilte. Dank seiner Begabung konnte er 1890 das Royal College of Music und anschließend das Trinity College in Cambridge besuchen. 1896 kehrte er nochmals nach London zurück, wo er Gustav Holst kennenlernte, mit dem er eine lebenslange Freundschaft schloss. 1897 ging Vaughan Williams nach Berlin, um bei Max Bruch Unterricht zu nehmen. In den Jahren 1996 bis 1899 wirkte Vaughan Williams in London als Organist an der Pfarrkirche in South Lambeth. 1901 schloss er sein Studium am Trinity College mit dem Grad eines Doctor of Music ab. Vaughan Williams war fasziniert von der Volksmusik seines Landes und begann, englische Lieder zu sammeln und zu editieren („Bushes and Briars“, 1903). Gleichzeitig entdeckte er die Musik der englischen Renaissance für sich, vor allem Henry Purcell. Beides zusammen beeinflusste Vaughan Williams' eigenes kompositorisches Schaffen erheblich. 1905 übernahm Vaughan Williams die Leitung des Leith Hill Musical Festival, die er bis 1953 innehatte. 1906 gab er ein neues Kirchengesangbuch, The English Hymnal, heraus. Sein erstes umfassendes Werk entstand 1910 (A Sea Symphony), nachdem er zuvor in Paris noch einmal Unterricht bei Maurice Ravel genommen hatte. 1919 wurde er Kompositionslehrer am Royal College of Music in London (bis 1938), von 1920 bis 1928 leitete er den Londoner Bach-Chor. In der Folgezeit war er als Dozent, Komponist und Dirigent national und international erfolgreich. Sein Engagement für deutsche Emigranten während der Nazizeit führte dazu, dass seine Werke bis 1945 in Deutschland nicht mehr aufgeführt wurden. Vaughan Williams starb am 26. August 1958 in London. Sein umfangreiches und vielseitiges Œuvre umfasst Instrumentalmusik (Sonaten, Kammermusik, neun Symphonien, Konzerte), Vokalwerke (Lieder, Volksliedbearbeitungen, eine Messe, das Oratorium Sancta Civitas 1926, verschiedene Kantaten), ein Ballett (Old King Cole, 1923) sowie drei Opern (Hugh the Drover, 1924, Sir John in Love, 1926, Riders to the Sea, 1936), die sich auf den Opernspielplänen allerdings nicht durchsetzen konnten. Vaughan Williams erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, u.a. war er Ehrendoktor der Universität Oxford, Träger der Albert Medal der Royal Society of Arts sowie Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.
»Ralph Vaughan Williams: Biographie und Einspielungen«
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