SHMF feiert 40 Jahre mit Rekordergebnis
Abschlusskonzerte am 30. und 31. August 2025

Mit einer Auslastung von 92 Prozent und insgesamt 202.000 Besucherinnen und Besuchern geht das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) nach acht intensiven Sommerwochen und insgesamt 203 Konzerten an 125 Spielstätten in Schleswig-Holstein, Dänemark, Hamburg und im Norden von Niedersachsen zu Ende. Von Klassik über Hip-Hop, Jazz, Soul und Weltmusik erlebte das Publikum ein Programm voller Vielfalt und Entdeckungen. Neben Weltstars wie Anne-Sophie Mutter, Lang Lang und Sting begeisterten auch der Porträtkünstler Fazıl Say, Social-Media-Star Hayato Sumino, der senegalesische Sänger Faada Freddy oder die Jazzrausch Bigband. Besonders bei den Konzerten im Rahmen des Istanbul-Schwerpunkts wurde bis tief in die Nacht getanzt, so beispielsweise bei der kurdischen Sängerin Aynur, dem Kolektif Istanbul oder der israelisch-türkischen Folk-Band Light in Babylon. Intendant Dr. Christian Kuhnt: »Der Festivalsommer hat gezeigt, wie mächtig Musik darin ist, uns über alle Grenzen hinweg zu verbinden. Schöner hätten wir den 40. Festivalgeburtstag nicht feiern können!«
Abschlusskonzerte
Ein klanggewaltiges Finale erwartet das Festivalpublikum an diesem Samstag, 30. August, und Sonntag, 31. August, in Lübeck: Auf dem Programm steht Giuseppe Verdis monumentale Messa da Requiem – das Werk wurde bereits vor 40 Jahren, im ersten Festivaljahr 1986, aufgeführt. Unter der Leitung von Stanislav Kochanovsky versammeln sich über 240 Musikerinnen und Musiker aus dem Schweizer Jugendchor, dem Schleswig-Holstein Festivalchor, der NDR Radiophilharmonie und einem hochkarätigen Solistenensemble auf der Bühne der Musik- und Kongresshalle. Beide Konzerte sind ausverkauft. Das Konzert am Sonntag wird ab 20:03 Uhr live von NDR Kultur im ARD Radiofestival übertragen und ist anschließend in der Mediathek von NDR Kultur verfügbar.
Musikmetropole Istanbul
In mehr als 60 Konzerten bot das SHMF einen abwechslungsreichen Einblick in die musikalische Vielfalt Istanbuls. Zu erleben waren Orchester- und Solowerke, Kammermusik ebenso wie Lieder- und Klavierabende, die ein lebendiges Mosaik voller Kontraste entfalteten. Als musikalische Botschafter der Stadt am Bosporus traten unter anderem das Blechbläserquintett Golden Horn Brass, die Folk-Band Light in Babylon, die Pianistin und Komponistin Büsra Kayıkçı und der Gitarrist Celil Refik Kaya auf. Nicht nur das schleswig-holsteinische Festivalpublikum begegnete dem Städteschwerpunkt mit großer Neugier und Begeisterung – viele Konzerte, darunter die Auftritte von Aynur, Serenad Bağcan oder dem Kolektif Istanbul, zogen auch insbesondere die kurdische und türkische Community an.
Künstlerporträt: Fazıl Say
Niemand steht mehr für das Überschreiten von Grenzen wie der diesjährige Porträtkünstler Fazıl Say. Als Komponist und Pianist zeigte er mit Virtuosität und intensivem Ausdruck in seinen insgesamt 17 Konzerten – von solistischen Recitals über Kammermusik bis hin zu großen sinfonischen Werken – immer wieder, wie sich verschiedene ästhetische Klangwelten und damit Kulturen verbinden lassen. »Es ist eine große Ehre Porträtkünstler dieses berühmten Festivals zu sein«, so Fazıl Say. Sein persönliches Highlight: »Die Uraufführung des Mandolinen-Konzerts mit Avi Avital und dem Festivalorchester, dirigiert von Nil Venditti! Der triumphale Applaus und die Standing Ovations haben mich sehr gerührt – ich bin fasziniert und selig«.
Akademien und Auszeichnungen
Das Schleswig-Holstein Festival Orchestra setzte sich in diesem Jahr aus 117 jungen Musikerinnen und Musikern aus 27 Nationen zusammen. Am Dirigentenpult waren Nil Venditti, Holly Choe, Ludwig Wicki und Michael Sanderling zu erleben, außerdem war Christoph Eschenbach, Principal Conductor des Festivalorchesters, wieder zu Gast. Für seine unermüdliche Förderung junger Talente wurde Maestro Eschenbach zudem im August mit dem Ehrenvorsitz des SHMF Festivalvereins gewürdigt.