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CD-Besprechung

Ars Musici AM 1266-2

1 CD • 60min • 2001

26.02.2002

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Unzweifelhaft gediegene Musiker haben sich hier zusammengefunden, um Piazzollas Tango Nuevo den Werken von Bach gegenüberzustellen. Ähnlich wie Piazzolla Tanzmusik zu Kunstmusik sublimierte, hat auch Bach auf Tanzformen zurückgegriffen. Die so entstandenen Werke, wie beispielsweise die Bachschen Cellosuiten oder die Violinsonaten und –partiten, waren eben auch für die konzertante Aufführung und nicht für den Ballsaal bestimmt.

Das Booklet beschreibt, wie Runge und Ammon in der Beschäftigung mit Piazzolla – sie haben bereits zuvor zwei CDs mit Werken des argentinischen Heroen vorgelegt – immer eindringlicher auf die Verbindung zu Bachs Musik verwiesen wurden, vor allem durch die kontrapunktische Anlage vieler Tango Nuevo-Werke und die von Piazzolla häufig verwendete Fugato-Manier.

Daß die Idee der Gegenüberstellung auf dieser CD nicht ganz gelingt, liegt an der Einspielung der Bachschen g-Moll-Sonate. Hier lassen es Runge und Ammon an zusammenhängender Vorstellung und differenzierter Phrasierung fehlen, und man vermißt oft eine Stimmführung, die sich sinnfällig an der kompositorischen Anlage orientiert. Die traumwandlerische Unmißverständlichkeit Bachscher Kompositionweise – in dieser Eigenschaft dem Geist des Tango durchaus verwandt! – kommt so nicht zum Ausdruck. Besonders der langsame Satz tritt auf der Stelle, lediglich ab und zu verwundern wenig nachvollziehbar betonte Verzierungen. Erst im von Felsch und Daniel auf Saxophon und Bandoneon beinahe lapidar vorgetragenen Inversus betritt der „Milonguero“ aus Leipzig das Parkett.

Die Tango Nuevo-Stücke hingegen sind ausnahmslos ein Genuß. Runge und Ammon finden zu Hochform, hier sind sie klar in „ihrer“ Domäne: Hervorragend aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel, stimmige Akzente und ein ungeheuer breites Spektrum an Klangfarben. Rauh, zart und leidenschaftlich, einfach unwiderstehlich besingt Felschs Saxophon die Primavera Portena. Geradezu unfehlbar bereitet Daniel den rhythmisch klangfarbenen Teppich zur Fugata und haucht deren Leben am Ende wieder aus.

Friedrich Sommer [26.02.2002]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Astor Piazzolla
1Fear
2Fuga y misterio
3Preludio y Fuga Nr. 9
Johann Sebastian Bach
4Sonate Nr. 3 g-Moll BWV 1029
5Contrapunctus XIII (a3, Spiegelfuge)
Astor Piazzolla
6Primavera Porteña
7Soledad
8Fugata
9Canto y Fuga

Interpreten der Einspielung

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