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CD-Besprechung

hänssler CLASSIC 94.046

1 CD • 67min • 1936, 1932

04.11.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Es scheint geradezu unausweichlich zu sein, daß ein bedeutender Interpret der Beethoven-Sonaten in verschiedenen Lebensabschnitten seine darstellerischen Konzepte mitteilt und diese auch auf Schallplatten verewigt. Noch dazu, wenn die weiterentwickelten aufnahmetechnischen Möglichkeiten eine Neupräsentation auch aus Sicht der kommerziell produzierenden Firmen nahelegen. Alfred Brendel ist mit den 32 Sonaten auf diese Weise verfahren, auch Friedrich Gulda und Wilhelm Backhaus.

Die weit in die Vergangenheit rückblickende, Hörbegeisterung mag unter solchen Umständen manches schon vorgeprägt finden, was ein Pianist in späteren Jahren zu „sagen“ hat, andererseits wird es Nachrichten geben, die im weiteren Künstlerleben eines Musikers kein Echo fanden, also keine Chance der Auffrischung und des Wiederbelebens erhielten. Wenn hier nun seitens der Hänssler-Produktion die alten Beethoven-DGG-Aufnahmen Wilhelm Kempffs aus den 30er Jahren neuverlegt werden, dann empfiehlt es sich, diese mit den Mono-Einspielungen der Jahre 1951 und 1952 (DG 2740228) und den späteren Stereo-Versionen Mitte der 60er (DG 2740130) zu vergleichen. Dies gilt auch für Kempffs Handhabe des Rondos op. 129, dessen titelverbürgte „Wut“ (nämlich „über den verlorenen Groschen“) in der frühen Einspielung so zart, so beiläufig (und technisch nicht eben zuverlässig!) formuliert ist, als habe er erst in den 50er Jahren den Mut entwickelt, diesen Beethoven etwas rauher anzufassen. Von Wut wird man bei Kempff gererell nicht sprechen dürfen, denn auch die „Appassionata“ scheint ihm 1932 eher eine lyrische Form der Leidenschaft signalisiert zu haben, denn eine muskulöse Klavierexibition, wie sie heutzutage allerorten betrieben wird.

Einer der schönsten, unwiederbringlichsten Momente in diesen alten Dokumenten ist der Übergang vom langsamen zum schnellen Finalteil der „Waldstein“-Sonate. Völlig entmaterialisiert, wie sich selber staunend lauschend schwebt Kempf über dem grauen Alltag des Zwischenkriegszeitdaseins (obwohl er leider denselben nicht als solchen erkennen wollte...). Hier kündigen sich schon seine späteren Interpretationen von silbriger, „arkadischer“ Lichte und Reinheit an. Kaum zu glauben, daß der Klavierton mit Hämmern erzeugt wird!

Peter Cossé † [04.11.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Klaviersonate Nr. 8 c-Moll op. 13 (Pathétique)
2Klaviersonate Nr. 21 C-Dur op. 53 (Waldstein-Sonate)
3Klaviersonate Nr. 23 f-Moll op. 57 (Appassionata)
4Rondo a capriccio G-Dur op. 129 (Die Wut über den verlorenen Groschen )

Interpreten der Einspielung

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