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CD/SACD surround-Besprechung

Channel Classics CCS SA 20204

1 CD/SACD surround • 78min • 2003

24.09.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge gilt als sein letztes Werk, dessen Schlußfuge unvollendet geblieben ist. Vermutlich war die Sammlung als Jahresgabe für die Mizlersche Societät gedacht, der Bach 1747 beigetreten war. Der erste Stich in Partitur ließ Spekulationen zu, für welche Besetzung das Werk ursprünglich bestimmt war. Heute geht man davon aus, daß die Kunst der Fuge für ein Tasteninstrument konzipiert wurde. Auch der Stich in Partitur widerspricht dem nicht, war er doch zu Bachs Zeit (und auch früher) für komplexere, polyphone Musik für Tasten-instrumente durchaus üblich. Eine konkrete, instrumenten-spezifische Idiomatik fehlt jedoch, was das Werk zu einer Fundgrube für allerlei Besetzungen werden ließ.

Auch das New Century Saxophone Quartet, ein renommiertes amerikanisches Ensemble, hat sich an Bachs „summum opus“ herangewagt. Das Saxophonquartett (bestehend aus Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsax) gewährleistet einen relativ homogenen Klang; ob dies nun zur Interpretation barocker polyphoner Musik besonders günstig ist, sei dahingestellt. Das barocke Klangideal ist eher auf Vielschichtigkeit denn auf Homogenität hin angelegt, was gerade polyphoner Musik zugute kommt. Übrigens mußte bei dieser Aufnahme aus Zeitgründen eine Fuge entfallen.

Auch wenn der Aufführungspraxis-Spezialist Stephen Preston dem Ensemble bei der Vorbereitung und den Aufnahmen assistiert hat, setzt das NCSQ auf einen eher traditionellen Interpretationsansatz. Die großen Vorteile, die eine Aufführung mit vier verschiedenen Instrumenten bietet, werden wenig genutzt. Die Sogetti sind in ihrer Binnendynamik oft nicht plastisch genug, Bachs deutliche musikalische Rhetorik (Figuren etc.) hätte weitaus klarer und differenzierter herausgearbeitet werden können, und die charakterliche Eigenständigkeit der Linien kommt zu wenig zur Geltung. Auch mit Bachs wenigen originalen Artikulations-anweisungen geht man nicht immer mit der gebotenen Sorgfalt um. Ich persönlich empfinde das Sopransaxophon an einigen Stellen als klanglich zu aufdringlich im Vordergrund stehend.

Natürlich – Bachs grandiose Musik wirkt trotzdem und das Ensemble spielt durchaus professionell. Ob der Markt allerdings eine solche Aufnahme wirklich braucht, wage ich zu bezweifeln.

Heinz Braun [24.09.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Sebastian Bach
1Die Kunst der Fuge BWV 1080

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