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CD-Besprechung

OehmsClassics OC341

1 CD • 62min • 2003

25.11.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Es gibt einen häufig benutzten, doch sehr schwammigen Begriff, wenn es um die Umsetzung alter Musik geht: Werktreue. Der Streit darum, was denn nun historisch korrekt sei, scheitert einerseits daran, daß wir nie genau wissen können, wie unsere Vorfahren jetzt „richtig“ musizierten, andererseits daran, daß wir das Musikverständnis des 21. Jahrhunderts besitzen. Und dann gibt es da noch die Selbstlosigkeit des ausübenden Musikers, der seine kreative Energie in den Dienst des Werkes steckt. Das klingt dann kaum genau so wie vor 200 Jahren, doch der historische Text wird entschlüsselt, um ihn uns heute zugänglich zu machen.

Die vorliegende Aufnahme mit Beethovens 1802 komponierten Violinsonaten op. 30 ist ein Beispiel dieser Haltung. Benjamin Schmid und Alfredo Perl musizieren mit einer so noblen Zurückhaltung was die Zurschaustellung der eigenen Virtuosität betrifft, daß man geneigt ist, von Selbstverleugnung zu sprechen. Das Ergebnis sind unspektakuläre, aber doch fesselnde Interpretationen, die den Kosmos Beethoven’scher Sonatenkunst umfassend präsentieren. Der Ton beider Musiker ist schlank, das Spiel flüssig und transparent. Die Balance der Instrumente ist äußerst fein abgestimmt, die Musiker hören einander sehr genau zu.

Ausgeglichen und kontrastreich hinsichtlich Dynamik und agogischer Gestaltung zeigen sich die Sonatensätze. Die Bausteine, mit denen Beethoven seine Klangarchitektur entwirft, werden jeweils aus der kinetischen Energie ihrer Bestandteile belebt und ineinander geführt. Die Balance zwischen außermusikalischem Gehalt und formaler Struktur folgt einer inneren Logik, die bei unaufmerksamem Hören kaum auffällt, bei konzentriertem Lauschen aber einen wunderbaren Detailreichtum sowie die spielerische Intelligenz der Interpreten offenbart.

Die langsamen Sätze, vor allem jener in der c-Moll-Sonate, präsentieren sich als Konzentrate intimer Melodik. In den schnellen Sätzen wie etwa im Allegro vivace aus der G-Dur-Sonate verwandelt sich der Notentext zu einem spielerisch leichten und sprudelnder Fluss voll virtuoser Spiellaune.

Dem Duo Schmid und Perl, welches Beethovens Violinsonaten bereits als Gesamtwerk im Konzert gespielt hat, ist eine Aufnahme gelungen, die sich ganz in den Dienst Beethovens stellt und damit auch ein Zeugnis ihrer eigenen Reife als Interpreten darstellt.

Die Aufnahmequalität folgt dem Interpretationsansatz und zeigt die beiden Instrumente sehr präzise im trockenen Schallraum plaziert.

Anmerkung: Die Rezensions-CD hat bei Track 5 3’03 eine schweren Pressfehler.

Robert Spoula [25.11.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Sonate Nr. 6 A-Dur op. 30 Nr. 1 für Violine und Klavier
2Sonate Nr. 7 op. 30 Nr. 2 für Violine und Klavier
3Sonate Nr. 8 G-Dur op. 30 Nr. 3 für Violine und Klavier

Interpreten der Einspielung

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