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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32448

1 CD • 66min • [P] 2006

09.08.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Es ist und bleibt bewundernswert, wenn ein Musiker mit der reichen Innensicht des Erblindeten ein Instrument beherrscht – und weit darüber hinaus als wirklicher Interpret seinen vollgültigen Beitrag zum individuellen und kollektiven Musikerleben leisten kann. Einer von diesen Auserwählten ist der jetzt 27jährige Ungar Tamás Érdi, der im Alter von acht Jahren bereits mit Mozarts A-Dur-Konzert (KV 488) im berühmten Budapester Vigadó debütierte. Vor mehr als zehn Jahren erlebte ich ihn, als er dem Dirigenten Sándor Végh zu Hause vorspielte. Erstaunlicherweise hatte Érdi damals im kleinen Kreis Liszts Ungarische Rhapsodie Nr. 6 im Programm – ein Bravourstück mit waghalsigen Sprüngen im furiosen Finale. Und frappierend war es, wie Érdi diese schikanösen „Entfernungen“ im Gefühl hatte, als würde er tatsächlich die Tastatur geschlossenen Auges wittern, ja lesen können.

Unter der Leitung von Tamás Vásáry gibt sich Érdi als unauffälliger, für mein Gefühl etwas lakonischer Mozart-Stilist zu erkennen, scheint nach Innen zu spielen, als genügte ihm, was er längst „erschaut“ hat. Er wendet sich nicht mit ausgewählten Zaubereien an sein Publikum, vielmehr scheint er den Möglichkeiten seiner Zuhörer zu vertrauen, ihm in eine Welt der geordneten, der längst gesichteten Vorgänge zu folgen, ganz gleich, ob es sich um die helle Motorik des C-Dur-Konzerts KV 467 oder um die dunklere Erregung des d-Moll-Werkes KV 466 handelt. Von der Budapester Chamber Symphony (nicht leicht, sich heutzutage über all die Budapester Orchesterformationen zu orientieren!) darf sich Tamás Érdi korrekt, im Klang etwas sämig begleitet, wenn nötig auch gefordert fühlen. Die einleitenden Schicksals-Synkopen des d-Moll-Konzerts hat man schon düsterer, unheilvoller erlebt, die strahlenden Passagen des C-Dur-„Gegenübers“ güldener, lebhafter. Aber ich meine zu verspüren, wie sehr sich Vásáry seinem jungen Partner verbunden fühlt, zumal die bunte Mikrowelt des Rondos KV 382 von allen Beteiligten mit Temperament, aber auch mit Anflügen von Humor nachgezeichnet wirkt.

Peter Cossé † [09.08.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Wolfgang Amadeus Mozart
1Konzert Nr. 21 C-Dur KV 467 für Klavier und Orchester
2Rondo Nr. 1 D-Dur KV 382 für Klavier und Orchester
3Konzert Nr. 23 A-Dur KV 488 für Klavier und Orchester

Interpreten der Einspielung

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