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CD-Besprechung

Hommage à Haydn

Ars Musici AM 1410-2

1 CD • 80min • 2007

26.02.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Selbst manche Pianisten der obersten Virtuosenkategorie, etwa Richter oder Horowitz, haben sich nicht gescheut, die scheinbar so unspektakulären Klaviersonaten Joseph Haydns zumindest ausschnittweise in ihr Repertoire einzubeziehen. Warum also sollte eine jüngere Pianistin ihre Visitenkarte (nach einer Bach-Händel-Debütplatte vor rund zehn Jahren) nicht mit einer Auswahl aus Haydns reichem Schaffen fürs Pianoforte abgeben? Das tut Catherine Gordeladze, eine gebürtige Georgierin, die seit einiger Zeit in Deutschland lebt und (als Dozentin an der Hochschule für Musik in Frankfurt) wirkt. Ihre „Hommage à Haydn“ fasst fünf Sonaten des Klassikers zusammen und bietet damit gewissermassen einen Querschnitt durch dessen unterschätztes Schaffen fürs Tasteninstrument. Alle gespielt auf einem modernen Steinway-Flügel, womit klangliche Einheit garantiert bleibt, freilich auf Kosten der historischen Instrumententwicklung. Denn in Haydns Wirkenszeit gab es den Sprung vom Cembalo übers Hammerklavier bis zu jenem fortgeschrittenen englischen Broadwood-Flügel, den der Komponist bei seiner zweiten Reise nach London kennenlernte.

Zumal in den frühen Sonaten, die kaum zufällig auch als Divertimenti bezeichnet sind (G-Dur Hob. XVI:6 und As-Dur Hob. XVI:46), setzt Catherine Gordeladze auf konsequentes „jeu perlé“: bewegt, musizierfreudig, dem musikalischen Fluss stets Aufmerksamkeit schenkend. Auch dort, wo der klassische Meister bis zu einem gewissen Grad zu „heroischen“ Tönen neigt – vorab in der späten, für London bestimmten Es-Dur-Sonate Hob. XVI:52 – pflegt die Interpretin eher ein wohlgeformtes Ebenmass. Immerhin, und da scheint sie mir ihre persönlichsten Akzente zu setzen, lässt sie im langsamen Adagio-Satz dieses Stücks wie im aussergewöhnlichen Largo e sostenuto-Abschnitt der D-Dur-Sonate Hob. XVI:37 romantische Vorahnungen aufleuchten. Hier bekennt sie sich zudem zu einem gewissen Pathos, das im ersten Moment irritieren mag und doch zielgerichtet erscheint. Es passt durchaus zum klaren Stilbewusstsein dieser Darstellung.

Mario Gerteis † [26.02.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Haydn
1Klaviersonate G-Dur Hob. XVI:6 00:15:59
5Piano Sonata No. 37 D major Hob. XVI:37 00:10:42
8Klaviersonate No. 28 A major Hob. XVI:30 00:13:29
10Klaviersonate No. 46 A flat major Hob. XVI:46 00:16:38
13Klaviersonate No. 52 E flat major Hob. XVI:52 00:22:20

Interpreten der Einspielung

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