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CD-Besprechung

Aga Mikolaj sings Strauss & Mozart

cpo 777 641-2

1 CD • 68min • 2009

21.02.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Die polnische Sopranistin Aga Mikolaj war schon eine fertige und in ihrer Heimat erfolgreiche Sängerin, als sie 2001 Elisabeth Schwarzkopf kennenlernte, mit der sie in der Folge (bis zum Tode der Lehrerin fünf Jahre später) ihr gesamtes Repertoire noch einmal durcharbeitete. Mittlerweile ist sie auf allen großen Bühnen der Welt zuhause und präsentiert auf ihrer Homepage stolz ein Empfehlungsschreiben der Meisterin, in der sie als „würdige Nachfolgerin“ bezeichnet und ihr die Verbindung von „Schönheit des Klanges“ und „Tiefe des Ausdrucks“ attestiert wird. Große Worte einer sehr strengen und unnachgiebigen Künstlerin.

Aga Mikolaj wollte sich jetzt solchen Lobes würdig erweisen und hat den durchaus riskanten Versuch unternommen, in einem Recital einige der Glanzpartien der Schwarzkopf sowie die „Vier letzten Lieder“ von Strauss zu vereinen und sich damit dem unmittelbaren Vergleich auszusetzen. Sie ist dabei nicht abgestürzt. Sie macht hörbar, was sie bei der Meisterin technisch und vor allem interpretatorisch gelernt hat, aber ihr Vortrag gerät nicht zur Geisterbeschwörung und erschöpft sich auch nicht in der Imitation. Vom Temperament sind beide Sängerinnen auch sehr unterschiedlich. Mikolajs Stimme ist von außerordentlicher Materialqualität und wird mit großer Delikatesse und einem angenehmen Vibrato geführt.

Hinsichtlich der Textgestaltung hält sie es, wie ihre Lehrerin, mit der Gräfin in Capriccio: „In eins verschmolzen sind Worte und Töne – zu einem Neuen verbunden. Eine Kunst durch die andere erlöst!“ Das heißt im Klartext, dass sich der Text völlig in der Musik auflöst und man speziell in den „Vier letzten Liedern“ die Lyrik Hesses und Eichendorffs im Booklet mitlesen muß, um sie zu verstehen. Gesungen sind sie freilich zum Sterben schön, und das dürfte auch in der Absicht des Komponisten gelegen haben. In der Schlussszene aus Capriccio findet die Sängerin weniger humoristische und ironische Zwischentöne als die Schwarzkopf, betont dagegen spontaner die verliebte Madeleine.

Bei Mozart liegen ihr die elegischen Töne mehr als die energischen: exzellent gelingt die erste Arie der Gräfin, „Porgi amor“, und der Andantino-Teil der zweiten, „Dove sono“, während es im abschließenden Allegro („Ah! Se almen la mia costanza“) etwas an Entschlossenheit fehlt. Auch die Verzweiflung Donna Elviras in „Mi tradì quell’alma ingrata“ könnte man sich noch existentieller vorstellen. Im Zweifel geht bei Aga Mikolaj doch Schönheit vor Ausdruck. Das WDR Rundfunkorchester unter Leitung Karl Sollaks begleitet ihren Gesang solide, ohne klanglich aufzutrumpfen. Bei einem Solo-Recital ist das durchaus angemessen.

Ekkehard Pluta [21.02.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Strauss
1Vier letzte Lieder op. 150 für Sopran und Orchester (nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff) 00:21:16
5Es gibt ein Reich, wo alles rein ist (Monolog der Ariadne - aus: Ariadne auf Naxos) 00:06:12
6Morgen mittag um elf! (Gräfin - aus: Capriccio op. 85) 00:17:06
Wolfgang Amadeus Mozart
7Porgi amor (from: Le nozze di Figaro KV 0492) 00:03:48
8E Susanna non vien... Dove sono i bei momenti (3. Akt: Arie der Gräfin - aus: Le nozze di Figaro KV 492) 00:06:18
9In quali eccessi - Mi tradi quell'alma ingrada (Rezitativ und Arie der Donna Elvira - aus: Don Giovanni KV 527) 00:06:18
10Temerari… Come scoglio (Arie der Fiordiligi, 1. Akt - aus: Così fan tutte KV 588) 00:05:58

Interpreten der Einspielung

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