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CD-Besprechung

Avi-music 8553225

1 CD • 72min • 2010

04.08.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Der Strom von CDs, mit dem das Kraftwerk Heimbach fleißig seine Klientel versorgt, reißt nicht ab. Dabei ist ein programmatischer roter Faden (wie jüngst in der Tschaikowsky/Schostakowitsch-Veröffentlichung) nicht immer auszumachen, so sehr sich Booklet-Autor Norbert Ely auch um die Herstellung eines solchen bemüht. Bei der vorliegenden Produktion scheint es sich eher um eine Souvenir-Sammlung für Festivalbesucher zu handeln.

Hauptstück ist Ludwig van Beethovens großes Streichquartett Nr. 15 a-Moll op.132, eines der für den Fürsten Galitzin geschriebenen Quartette, in dessen Zentrum der „Heilige Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit" steht. Mag der vorangestellte Contrapunctus XI aus Bachs Kunst der Fuge in der Fassung für Streichquartett als Einleitung noch angehen, so wirkt nach der mehr als vierzigminütigen Tour de force des späten Streichquartetts die fast dreißig Jahre früher entstandene Cellosonate F-Dur, die Beethoven dem preußischen König Friedrich Wilhelm II. widmete und mit dessen Hofcellisten Jean Louis Duport 1796 zur Uraufführung brachte, mehr wie ein Lückenbüßer – würde sie nicht so hinreißend gespielt! Gustav Rivinius erweist sich einmal mehr als exzellenter Cellist und souveräner Gestalter, in dem fünfzehnjährigen Österreicher Aaron Pilsan hat er dazu einen vorzüglichen Klavierpartner. So kann man es unschwer verschmerzen, dass der Festival-Direktor und Pianist Lars Vogt, dessen Konterfei und Grußwort wie immer das Booklet zieren, bei dieser Ausgabe nicht aktiv beteiligt ist.

Leider bewegen sich die Quartett-Beiträge nicht auf dem gleichen Niveau. Zwar hat man zur Verstärkung des Kraftwerk-Stammpersonals, den Geschwistern Tetzlaff und der Bratscherin Rachel Roberts, mit Antje Weithaas eine ausgezeichnete Geigerin gewonnen, doch besitzt die Wiedergabe bei Weitem nicht die Geschlossenheit und Ausgeglichenheit, die man bei festen Quartett-Ensembles erleben kann. Der spröde, mitunter schüttere Klang wirkt manieriert, die Artikulation kurzatmig und viele Phrasen hastig und nicht genügend ausgespielt. Da ist man bei Beethoven etwa mit dem Leipziger Gewandhaus-Quartett besser bedient. Dem Festival-Publikum scheint's gefallen zu haben – wie sich aus dem leider mit auf der CD verewigten dröhnenden Applaus schließen lässt. Doch den eigentliche Höhepunkt der Produktion bildet die Cellosonate mit Rivinius/Pilsan.

Sixtus König † [04.08.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Sebastian Bach
1Contrapunctus IV
Ludwig van Beethoven
2Streichquartett Nr. 15 a-Moll op. 132 00:48:39
7Sonate F-Dur op. 5 Nr. 1 für Violoncello und Klavier 00:23:11

Interpreten der Einspielung

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