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CD-Besprechung

Trio Cremeloque plays Ludwig van Beethoven

Klaviertrios

Naxos 8.551408

1 CD • 59min • 2018

05.01.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Das Jahr 2020 mit dem 250. Jubiläum der Geburt Ludwig van Beethovens wirft seine Schatten mit einer Flut von Neuaufnahmen voraus. Nachdem nahezu alle Werke in maßstabsetzenden Einspielungen vorliegen, wird es schwer werden, hier etwas Neues beizutragen. Deshalb verschiebt sich der Fokus ein wenig auf Bearbeitungen. Hierbei kann man sich auf den Komponisten selbst berufen, der schließlich zwecks größerer Verbreitung seine zweite Sinfonie und sein Septett für Klaviertrio, die Sonate op. 14,1 für Streichquartett und das Violinkonzert zum Klavierkonzert umarbeitete.

Sind Bearbeitungen sinnvoll?

Idealerweise bringen Bearbeitungen in bekannten Werken bisher Unerhörtes zum Vorschein und regen zu vertieftem Entdecken an: Kammermusikalisches in Sinfonischem, Sinfonisches in Kammermusikalischem, andere Farben durch eine Uminstrumentierung, durch die eine Aufführung erst ermöglicht wird.

Der Ersatz von Violine und Violoncello durch Oboe und Fagott funktioniert nur, wenn schon der Werkcharakter ins Pastorale tendiert. Bereits die Kombination Oboe und Klavier erschien den Komponisten zwischen 1790-1880 als so problematisch, dass sie bis auf eine der Besetzungsalternativen der Romanzen Robert Schumanns nur bei komponierenden Virtuosen Verwendung fand. Auch lassen sich auf der Oboe Doppelgriffe, die vom Komponisten – durchaus auch begleitend – zur Auffüllung des Klangs verwendet werden, nur als teilweise hochoktavierte Einzellinien realisieren, was ihnen jedoch ein zu großes solistisches Gewicht verleiht. Somit funktioniert diese Anordnung im pastoralen Allegretto WoO 39 und für die Klarinetten-Partie des Gassenhauer-Trios op. 11 wesentlich geschmeidiger als im c-moll-Trio op. 1,3, das beide Instrumente an die Grenze ihres Umfangs führt (Oboe bis ges3, Fagott bis c2). Hier wäre das Trio op. 38 nach dem Septett vielleicht die bessere Wahl gewesen.

Auch überzeugt die Ausführung durch das Trio Cremeloque nur bedingt. Die Pianistin Savka Konjikusic ersetzt sämtlich Legato-Bögen durch einen Portato-Anschlag, was auf einem Hammerflügel mit Wiener Mechanik noch anginge, jedoch auf einem modernen Instrument nicht so recht passt. Auch verfehlt sie den Charakter der außergewöhnlich vollgriffigen Akkorde im Kopfsatz von op. 1,3, die eine Spannung aufbauen müssen, um sich in den darauffolgenden 16tel-Kaskaden wirklich lösen zu können. Die Bläser machen ihre Sache an sich vorbildlich, kommunizieren aber in den dialogischen Abschnitten zu wenig miteinander. Da fehlt es am Aufnehmen und Wiederabgeben des Spielballs. Zudem hätte man sich bei Wiederholungen in diesen eher frühen Werken an der einen oder anderen Stelle Fermatenverzierungen vorstellen können.

Aufnahmetechnisch wurde das Fagott etwas benachteiligt. Aus dem Booklet hätte man von den Interpreten gern etwas über deren Motivation erfahren, gerade diese Werke auszuwählen.

Fazit: „Geht auch auf Oboe und Fagott“ ist meines Erachtens eine zu schwache Motivation für diese Einspielung. Das funktioniert im Allegretto und in op. 11, geht jedoch in op. 1,3 weniger gut aus. Somit eine Aufnahme für Freunde virtuosen Bläserspiels, Fachkollegen und Lernende – aber nicht undbedingt für das allgemeine Publikum.

Thomas Baack [05.01.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Allegretto B-Dur WoO 39 (Triosatz) 00:06:23
2Klaviertrio c-Moll op. 1 Nr. 3 00:31:38
6Klaviertrio B-Dur op. 11 (Gassenhauer-Trio) 00:21:07

Interpreten der Einspielung

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