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CD-Besprechung

Hiller • Urspruch

Forgotten Treasures
Works for Cello and Piano

Kaleidos KAL 6348-2

1 CD • 73min • 2019

08.08.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Ferdinand von Hiller und Anton Urspruch nehmen generationenmäßig die Komponisten Brahms, Gernsheim und Bruch – mit denen man sie vom musikalischen Gestus mehr oder weniger vergleichen kann – in die Mitte: Der 1811 geborene Hiller war gute 20, 25 Jahre älter als die genannten; der noch weniger bekannte 1850 geborene Urspruch knappe 20 jünger. Werke für Cello und Klavier – die zweite Sonate und erste Serenade Hillers sowie die einzeln stehende Sonate Urspruchs – vereinen sich auf dieser wunderbaren und für Reperoire-Füchse unwiderstehlichen Aufnahme.

Ersteingespielte Großromantik

Das ist Großromantik im ausladenden aber keineswegs süßlichen Stil, die gleich in Hillers Sonate auf uns zukommt, mit pausbackigem Charme und generöser Klangfülle. Wenn ein Hauch von Ernst diese Sonate umweht (dabei aber kein allzu dunkles oder gar akademisch-trockenes Grübeln!), ist er in der heiteren Serenade wie weggeblasen. Im fundierten Booklettext trifft Arndt Zinkant den Nagel auf den Kopf, wenn von den Brahmsisch- „romantisch wühlenden Klavierbässen“ in der Clara Schumann gewidmeten Sonate Urspruchs schreibt.

Dabei setzt Urspruch, der Lieblingsschüler Liszts und Konservatoriumskollege Clara Schumanns in Frankfurt (ihr widmete er diese Cellosonate), in seiner hier erstmals aufgenommenen Sonate ersteinmal zart an. Lyrisch gleitet das Thema voran, erst im Cello vom Klavier begleitet, dann im Klavier vom Cello begleitet. Ein Geben und Nehmen in unübertriebener Süße, desgleichen im langsamen Satz. Angenehm fällt eine gewisse Unbekümmertheit auf. Lieblingsschüler hin oder her – von Lisztschem dunklen Brüten hat Urspruch hier nichts übernommen.

Sonore Leidenschaft

Was Ton und Leidenschaft betrifft, so springt der Funke von Joanna Sachryns Spiel auf den Hörer sofort über; Maria Kliegel kam mir beim Hören in den Sinn… in einigen Phrasen gar Pierre Fournier. Paul Rivinius ist derweil nicht nur Begleiter, sondern quasi ebenfalls Solist, dank der klavierfreundlichen Disposition der Werke. Die Aufnahme ist eine reine Freude und verdient die volle Aufmerksamkeit, die sie über die Vertriebswege des Labels Kaleidos erreichen kann.

Jens F. Laurson [08.08.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ferdinand Hiller
1Sonate Nr. 2 a-Moll op. 172 für Violoncello und Klavier 00:32:42
5Serenade Nr. 1 op. 109 für Violoncello und Klavier 00:14:55
Anton Urspruch
8Sonate D-Dur op. 29 für Violoncello und Klavier 00:24:56

Interpreten der Einspielung

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