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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Beethoven

Works for Guitar & Piano

BIS 2505

1 CD/SACD stereo/surround • 75min • 2018

09.09.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Beethoven in diesem Jahr zu würdigen, heißt nicht selten, mit einschlägigen Superlativen zu konkurrieren. Ein besonderes Duo, bestehend aus dem Gitarristen Franz Halász und der Pianistin Débora Halász, favorisiert hier einen eigenen Weg jenseits ausgetretener Pfade. Beethoven und Gitarre? Bei aller Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten vieler Instrumente war Beethoven auf dieses Saiteninstrument noch nicht aufmerksam geworden. Wohl aber sind diverse Sonatinen für Mandoline und Klavier überliefert, sie finden sich in der weiten Welt der kleinen Kostbarkeiten des Frühwerks, was meist unter dem Etikett „Werk ohne Opus“ katalogisiert ist. Ebenso bemerkenswert sind fünf Stücke, die Beethoven für eine „mechanische Flötenuhr“ schrieb. Mit technischen Reproduktionen, vor allem der spielerischen Vermengung von Mensch und Maschine wurde schon zu Mozarts Zeit kokettiert – wie sehr dies noch bei der Entstehung von Beethovens Fünf Stücke für mechanische Uhr Praxis war, liegt weitgehend im Dunkeln. Um den Spannungsbogen abzurunden, fand auch noch Beethovens Serenade D-Dur ins Programm dieser Aufnahme. Die Freude an darstellerischer Anmut spiegeln zwei zwölfteilige Variationenzyklen über Mozarts Opernarien wider.

Aufbruchgeist und Experimentierfreude

Wenn sich Débora und Franz Halász dieses Repertoire zu eigen machen, betreiben sie damit gar keine historische Archäologie. Allemal jedoch macht ihr Duospiel deutlich, welcher frische Ausbruchsgeist und welche Experimentierfreude, aber auch welche Verneigungen vor der Wiener Klassik den frühen Beethoven prägen. Dass hier viele heute kaum noch vorstellbare Klangvarianten im Spiel waren, auch darüber zu spekulieren regt die ungewohnte Besetzung „Klavier plus Gitarre“ an. Franz Halász zupft die Saiten betont impulsiv und kommt damit der Anschlagskultur seiner Partnerin im Klavier oft verblüffend nah, so dass sich beide wie zu einem einzigen Instrument vereint anhören. Filigran sprudeln Melodien aus nicht versiegenden Quellen. Grazile Menuette verströmen eine erfrischende Anmut. In schnellen Sätzen lebt schwereloses Temperament, nicht nur, wenn beide Instrumente in imitatorischer Linie einander umspielen. Auch ein gutes Händchen für humorvolle Details, etwa fröhlich glucksende Vorschläge und blitzende Auszierungen fehlen nicht. Lyrisch-getragen führt die Sonatine c-Moll in tiefe Versenkung, während das Schwesterwerk in C-Dur mit viel Ausgelassenheit munter „antwortet“.

Dies und noch viel mehr zeugt von einer beachtlichen Vielgestalt an kompositorischen Geistesblitzen ebenso wie an reichen Ausdrucksfacetten im Spiel dieses Interpreten-Duos. Débora Halász und Franz Halász haben sich hier in die verfeinerte Wunderwelt eines etwas „anderen“ Beethoven hinein begeben – und lassen ihre Hörerschaft daran freudvoll teilnehmen.

Stefan Pieper [09.09.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Serenade D-Dur op. 41 00:21:04
8Sonatine c-Moll WoO 43a 00:03:45
9Variationen über Se vuol ballare aus »Le nozze di Figaro« von W.A. Mozart WoO 40 00:10:12
10Sonatine C-Dur WoO 44a 00:02:11
11Adagio ma non troppo Es-Dur WoO 43b 00:03:39
12Andante con variazioni D-Dur WoO 44b 00:07:28
13Adagio F-Dur WoO 33a Nr. 1 (Für eine Spieluhr) 00:04:12
14Allegro non più molto C-Dur WoO 33b Nr. 1 (Für eine Spieluhr) 00:04:40
15Scherzo.Allegro G-Dur WoO 33a Nr. 2 (Für eine Spieluhr) 00:01:35
16Allegretto C-Dur WoO 33b Nr. 2 (Für eine Spieluhr) 00:04:58
17Allegro G-Dur WoO 33a Nr. 3 (Für eine Spieluhr) 00:01:47
1812 Variationen über "Ein Mädchen oder Weibchen" aus Mozarts "Die Zauberflöte" F-Dur op. 66 für Klavier und Violoncello 00:07:27

Interpreten der Einspielung

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