Er war der erste wirkliche Musikdramatiker der Musikgeschichte und ist nach wie vor einer der größten: Claudio Monteverdi. Der „Erfinder“ der Oper „begeht“ heute seinen 450. Geburtstag und darf sich wohl über eine riesige Fangemeinde freuen, die ihn gebührend feiert. Monteverdi wurde am 15. Mai 1647 als Sohn eines Arztes in Cremona getauft. Bereits in jungen Jahren erregte er als Wunderkind Aufsehen, mit 15 Jahren veröffentlichte er seine ersten Kompositionen, eine Reihe von dreistimmigen Motetten unter dem Titel Sacrae Cantiunculae. Seine frühesten Madrigale sind leider verschollen. Seine erste musikalische Ausbildung hatte Monteverdi in seiner Vaterstadt als Chorsänger am Dom von Cremona und als Schüler von Marc' Antonio Ingegneri erhalten. 1590 trat er als Sänger und Geiger in den Dienst des Herzogs von Mantua, Vincenzo Gonzaga. Wie damals üblich begleitete der junge Musiker den Herzog 1595 in den Krieg gegen die Türken nach Ungarn und 1599 auf eine diplomatische Reise nach Flandern. Von 1590 bis 1612 stand Monterverdi im Dienste des Herzogs Vincenzo Gonzaga von Mantua, seit 1601 als Kapellmeister. Für Mantua schrieb er Madrigale (III.-V. Buch) und veröffentlichte 1607 die Scherzi musicali. Im gleichen Jahr wurde das Werk uraufgeführt, das Monteverdis herausragende Stellung in der Musikgeschichte begründen sollte: Die Oper La favola di Orfeo 1607. Ein Jahr später folgte eine weitere Oper: Arianna, von der nur noch das berühmte Lamento Lasciatemi morire erhalten ist, sowie die Mascherata Il Ballo delle Ingrate. Ebenso für den Hof von Mantua entstand eines seiner berühmtesten liturgischen Werke: die Marienversper von 1610 (Vespro della Beata Vergine). In diesem auch textlich ungewöhnlichen Werk wird zum ersten Mal ein Orchester in der Kirchenmusik eingesetzt. Nach dem Tode Vincenzo Gontagas 1612 wurde Monteverdi aus dem herzoglichen Dienst entlassen und dafür 1613 in das bedeutsamste musikalische Amt berufen, das die katholische Welt damals außerhalb Roms zu vergeben hatte: er wurde Kapellmeister am Marcusdom in Venedig. Dieses Amt übte er bis zu seinem Tod 30 Jahre lang aus. Obwohl er in dieser Stellung hauptsächlich geistliche Kompositionen zu liefern hatte, schrieb Monteverdi zahlreiche weitere Bühnenwerke: Erhalten sind Il combattimento di Tancredi e Clorinda (1624, hier wird zum ersten Mal in der Musikgeschichte das Tremolo in den Violinen eingesetzt) und die Oper Il Ritorno d'Ulisse in Patria (1641) sowie die Madrigalbücher VI-IX. Mindestens ein Dutzend weiterer Opern hat Monteverdi in Venedig komponiert, deren Musik ist allerdings verlorengegangen, u.a. deshalb, weil er die Partituren nach Mantua geschickt hatte, wo sie 1630 der Plünderung der Stadt zum Opfer fielen. Sein letztes großes, glücklicherweise erhaltenes Werk wurde ein Jahr vor seinem Tode uraufgeführt: die Oper L'incoronazione di Poppea (1642). Am 29. November 1643 ist Monteverdi in Venedig gestorben.
»Claudio Monteverdi: Biographie und Einspielungen«
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