Der böhmische Komponist Johann Baptist Vaňhal war zu Lebzeiten ein gefragter Lehrer und Musiker, dessen Kompositionen auch Größen wie Haydn, Mozart und Beethoven sehr schätzten. Auch wenn sein Name und seine Werke im heutigen Konzertrepertoire kaum mehr eine Rolle spielen, war er doch immerhin einer der ersten Komponisten überhaupt, die ohne Anstellung freischaffend vom Erlös ihrer Werke und ihrer Unterrichtstätigkeit lebten. Vaňhal wurde vor 280 Jahren, am 12. Mai 1739, in Nové Nechanice in eine Bauernfamilie geboren. Er erlernte schon im Kindheitsalter Violine und Orgel von den Dorfmusikern und konnte bald als Dorforganist Geld verdienen. Mit 21 Jahren war er bereits ein respektabler Musiker, als ihn Gräfin Schaffgotsch nach Wien mitnahm zur weiteren Ausbildung. Er erhielt Unterricht bei Carl Ditters von Dittersdorf und konnte sich in Adelskreisen rasch als Gesangs-, Violin- und Klavierlehrer etablieren und auch seine Sinfonien zur Aufführung bringen. 1969 ermöglichte ihm Baron Riesch eine Studienreise nach Italien, in deren Verlauf er auch mit Christoph Willibald Gluck und Florian Gassmann zusammentraf und seine ersten Opernkompositionen verfasste. Nach kurzen Aufenthalten in Kroatien und Ungarn ließ sich Vaňhal 1780 endgültig in Wien nieder. Von da an verlegte er sich auf die Komposition von Klavierwerken, Kammermusikwerken und Kirchenmusik, wodurch er ein breiteres Publikum aus der Mittelschicht erreichte. In den folgenden 30 Jahren wurden mehr als 270 seiner Werke von Wiener Verlegern gedruckt. Dies ermöglichte ihm ein bescheidenes wirtschaftliches Auskommen und Unabhängigkeit von adeligen Gönnern und Auftraggebern. Mit 73 Sinfonien, über 100 Quartetten und seinen weiteren Werken hinterließ Johann Baptist Vaňhal ein Œuvre von insgesamt mehr als 1300 Kompositionen. Er starb am 20. August 1813 in Wien.
»Johann Baptist Vanhal: Biographie und Einspielungen«
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