Am 31. Januar feiert der amerikanische Komponist Philip Glass seinen 80. Geburtstag. Geboren wurde er 1937 in Baltimore. Er gilt als der führende Vertreter des musikalischen Minimalismus. Von 1959 bis 1962 studierte er an der Juilliard School of Music in New York und machte dort den Abschluss als Master of Science. Darauf studierte er in Aspen bei Darius Milhaud. 1964 ging Glass nach Europa, wo er zwei Jahre Schüler bei Nadia Boulanger in Paris war, eine Begegnung, die ihn als Komponisten entscheidend prägte. In Paris begegnete Glass 1965 dem indischen Komponisten und Sitarspieler Ravi Shankar. So kam er zum ersten Mal mit indischer Musik und Denktradition in Berührung. Vor allem das asiatische Rhythmus- und Zeitverständnis beeindruckten ihn zutiefst. Seine Musik entwickelt Strukturen von sich ständig wiederholenden Tonfolgen. Anklänge an die indische Musik sind unüberhörbar. Mit Stücken, die immer länger und ereignisloser werden, zwingt er die Zuhörer, auf kleinste harmonische und rhythmische Veränderungen zu achten. Der Durchbruch als Komponist gelang ihm 1974 mit der Uraufführung seiner mehrstündigen Music In Twelve Parts in der New Yorker Town Hall, sowie zwei Jahre später die vierstündige Oper Einstein On The Beach. 1980 folgte die zweite Oper Satyagraha über das Leben des jungen Mahatma Ghandi als Anwalt in Südafrika. Mit der 1984 in Stuttgart uraufgeführten Oper Echnaton über den gleichnamigen ägyptischen Pharao fügte Glass alle drei Werke zu einer Trilogie zusammen. Philip Glass hat auch mehrfach Filmmusik komponiert, unter anderem zu The Hours und zu Martin Scorseses Tibet-Film Kundun. Beide Filmmusiken wurden für einen Oscar nominiert. Anfänglich der „minimal music“ zugeordnet, wurden seine Sinfonien immer ausladender. Für die Salzburger Festspiele entstand 1999 seine fünfte Sinfonie, im Jahre 2005 wurde in Erfurt seine letzte Oper Waiting for the Barbarians uraufgeführt. Philip Glass verarbeitet in seiner Musik Elemente aus allen Kulturkreisen, insbesondere auch aus der indischen Musik, die ihn als jungen Komponisten stark beeinflusst hat. Mit dem Dirigenten Dennis Russell Davis, der sieben seiner acht Sinfonien uraufgeführt hat, verbindet Philip Glass eine langjährige Freundschaft. Glass ist einer der produktivsten Komponisten der Gegenwart: In den letzten 25 Jahren hat er mehr als zwanzig Opern komponiert, neun Sinfonien, zwei Klavierkonzerte und Konzerte für Violine und Saxophonquartett. Dazu kommen Filmmusik, Streichquartette und Musik für Klavier solo.
»Philip Glass: Biographie und Einspielungen«
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