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CD-Besprechung

Sony Classical SK93865

1 CD • 78min • 2004

09.11.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Was die Spätwerke, besser noch: die ehrwürdigsten instrumentalen „Schwanengesänge“ der großen Komponisten anbelangt, kollidieren zwei ehrbare Auffassungen sowohl in den Kreisen der Ausführenden als auch auf den Zuhörerbänken der Musikfreunde und der schreibenden Zunft. Die einen – die Älteren – zeigten im allgemeinen Scheu, sich allzu früh mit den Heiligtümern der Musikliteratur an die Öffentlichkeit zu begeben. Sie umkreisten diese Stücke, betasteten sie, lasen sie, vertagten sie auf einen glücklichen Tag X in der Ferne. Die Jüngeren nun debütieren mit Beethovens Sonate op. 111, sie absolvieren sie ohne jede Hemmung etwa auf ihren Wettbewerbstouren. Ich möchte das nicht bewerten, lediglich darauf hinweisen, wie sich der Umgang mit dem uns überantworteten „Material“ verändert.

In diesem aufführungspraktischen Klima darf man nun Yorck Kronenbergs Einspielungen zweier „Finalsonaten“ beobachten und in ihrem musikalischen Beginnen verfolgen. Überraschend ist nicht nur nebenbei, dass man bei Sony nach dem eifrigen Protektorat des Aufsteigers Martin Stadtfeld schleunigst einen zweiten deutschen Pianisten auf die Reise schickt. Wird der eine dem anderen Terrain in der Öffentlichkeit nehmen? Oder belebt selbst im eigenen Haus Konkurrenz das Geschäft? Die Antwort müssen die kommenden Monate bringen.

Kronenbergs Klavierspiel – hier auf einem wohlklingenden, intensiv überholten Bechstein aus dem Jahr 1973 (für Kenner: Nr. 167 130) – erfüllt alle Ansprüche, die man an einen intelligenten, mehr nach Innen forschenden Interpreten stellt. Kronenberg weiß Bescheid um Schuberts zögernde Bewegtheit in den weiten Räumen der B-Dur-Sonate, er weiß um die Wichtigkeit der Expositions-Wiederholung im Kopfsatz, und er scheut sich nicht, in der letzten Entfaltung des Finalsatzes kräftig zuzupacken. Mir erscheint er als Musikerpianist, der sich eher Sorgen um die Richtigkeit seines Denkens und Fühlens macht als um den Flimmer wendiger Brillanz, obwohl ihm die rasanten Unisono-Passagen im ersten Satz der Beethoven-Sonate geschmeidig, bestens artikuliert gelingen. Mein Empfinden nach der Hörlektüre dieser Interpretationen: Man folgt diesem 32jährigen Künstler aus Reutlingen ohne jeden Widerspruch, aber im Nachhinein stellt sich die Frage: was habe ich wirklich erlebt? Vielleicht ist es auch hier notwendig, den Pianisten auch einmal live erlebt, also Kontakt aufgebaut zu haben.

Peter Cossé † [09.11.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Klaviersonate Nr. 32 c-Moll op. 111
Franz Schubert
2Klaviersonate B-Dur op. posth. D 960
Ludwig van Beethoven
3Klavierstück g-Moll WoO 61a (Comme un souvenir à Sarah Burney Payne le 27 Septembre 1825) – Allegretto quasi andante

Interpreten der Einspielung

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