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CD-Besprechung

"Idée Fixe" Vol. 1

Mariani Klavierquartett

GWK Records GWK 138

1 CD • 70min • 2016

04.08.2017

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Was verleiht vielen Sonaten, Quartetten, Quintetten der französischen Musik des ausgehenden 19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhunderts so einen bedrängend durchgehenden Puls? Da sorgt eine „Idee fixe“ vom ersten bis zum letzten Ton für einen bezwingenden, manchmal leidenschaftlichen Gestus. Es funktioniert wie eine Art Leitmotiv, welches oft sämtliche Sätze durchzieht. Das Mariani-Klavierquartett hat genau diesem Aspekt seine zweite CD gewidmet – mit zwei Klavierquartetten von Gabriel Fauré sowie von George Enescu, der – übrigens zusammen mit Maurice Ravel – bei Fauré studierte.

Philip Bohnen (Violine), Barbara Buntrock (Viola), Peter-Philipp Staemmler (Violonocello) und Gerhard Vielhaber (Klavier) lernten sich beim Studium in Berlin kennen und sorgen seitdem bei Musikwettbewerben und auf Festivals für Furore. In beiden Kompositionen begeht dieses junge Quartett auf der aktuellen CD in eine spannungsvolle Gratwanderung - zwischen spätromantischen Elementen und einer neoklassizistischen, durchaus dem Konversationsideal der Wiener Klassik nicht abgeneigten Idiomatik. Gepaart ist dies mit einem typisch-französischen Sinn fürs Atmosphärische, den das Mariani-Quartett mit seinem farbenreichen Spiel lustvoll herauskehrt. Verführerisch schimmernd werden die Streicherfarben aufgetragen. Als ordnendes strukturierendes Element waltet das klar artikulierte Klavierspiel von Gerhard Vielhaber im Zentrum.

Enescus Quartett aus dem Jahr 1909 knüpft auf dieser CD dort an, wo Fauré schon die Ohren geöffnet hat: In drei langen Sätzen türmen die vier Interpreten auch hier eine kolossale Bandbreite an Emotion und dynamischer Emphase auf. Die ätherischen Melodiebögen im Andante kreieren Momente der innigen Versenkung, wobei nicht nur der tiefempfundene Cellogesang zuweilen die Zeit stillstehen lässt - bevor das extrovertierte Vivace-Finale ein rasch geschnittenes, in die musikalische Zukunft verweisendes Klangpanorama evoziert. Wieder wird das drängend vorwärts pulsierende Piano zum ordnenden Element für alles.

Fazit: Das Mariani-Quartett lotet in jedem Moment mit unmittelbar gelebter Spielfreude auch die diffizilsten Feinheiten der Partitur überzeugend aus.

Stefan Pieper [04.08.2017]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Gabriel Fauré
1Klavierquartett Nr. 2 g-Moll op. 45 00:32:15
George Enescu
5Klavierquartett Nr. 1 D-Dur op. 16 00:37:52

Interpreten der Einspielung

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