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CD-Besprechung

The Golden Violin

Music of the 20s

Berlin Classics 0301190BC

1 CD • 56min • 2018

19.03.2019

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Die goldenen Zwanziger sind Legende, eine Epoche der Ausschweifungen und des Aufbruchs: politisch, gesellschaftlich und kulturell. Auch die Musik dieser Zeit gibt beredtes Zeugnis davon ab. Da finden sich musikalische Experimente ebenso wie dekadente Exzesse, nicht umsonst erlebt die sogenannte U-Musik in dieser Zeit eine ganz besondere Blüte und auch die aufstrebende Filmindustrie sorgt für immer neuen Bedarf an Musik. Der Geiger Daniel Röhn hat sich einiger Perlen aus dieser Zeit angenommen, angefangen von Gershwin und Rachmaninoff bis hin zu Film- und Salonmusik. Der Titel dieser CD spielt genau auf die goldene Zeit an, aus der diese Musik stammt.

Das ist schon mal ein Versprechen und Röhn tut mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn auch alles dafür, dass dieses Versprechen eingelöst wird. Das Repertoire ist ziemlich bunt und reicht von George Gershwins Amerikaner in Paris bis hin zu Friedrich Hollaender Gassenhauer Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre, eine Melange, die typisch ist für diese Zeit und musikalisch wie zeitgeistig durchaus gelungen erscheint. Bekanntermaßen ist nichts schwerer als die leichte Muse und so gesehen ist es bemerkenswert, mit welcher Leichtigkeit Röhn und das von Case Scaglione geleitete Württembergische Kammerorchester diese Trouvaillen spielen.

Da ist naturgemäß viel Schmalz dabei und viel Gefühl fürs Herz, doch wenn das so geschmackvoll und gekonnt wie hier serviert wird, kann man nur fragen: warum nicht? Hier kann man gar nicht dick genug auftragen, zumindest, wenn man es so kunstfertig tut wie hier. Auch geigerische Klippen nimmt Röhn mit nonchalanter Virtuosität, doch aufgesetzt wirkt da nichts. Gershwins Amerikaner in Paris gelingt genauso schmissig wie Werke von Chaplin, Suk oder Heifetz. Letzterer hat Röhn im Übrigen nicht unmaßgeblich zu diesem Album inspiriert. Nur tontechnisch ist die Sologeige zuweilen etwas überpräsent eingefangen.

Guido Krawinkel [19.03.2019]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
George Gershwin
1An American in Paris (arr. Heifetz) 00:05:09
2It ain't necessarily so (arr. Heifetz) 00:02:43
3Tempo di Blues (arr. Heifetz) 00:03:10
Gottfried Huppertz
4Metropolis (Suite) 00:08:03
Henry Thacker Burleigh
5Moto Perpetuo op. 21 Nr. 4 00:01:12
Kurt Weill
6The Ballad of Mack the Knife 00:02:32
7What Good Would the Moon Be 00:03:42
Charles Chaplin
8The Terry Theme (aus Limelight) 00:02:38
9The Flower Shop (aus City Lights) 00:03:35
Ivor Novello
10The Land of Might-Have-Been 00:04:17
Sergej Rachmaninow
11Rhapsodie über ein Thema von Paganini (Variation 18) 00:03:07
Josef Suk
12Chanson d'amour Des-Dur op. 7 Nr. 1 00:06:04
trad.
13Gweedore Brae (Irisch) 00:03:32
Friedrich Hollaender
14Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre 00:03:21
Jascha Heifetz
15When You Make Love to Me (Don't Make Believe) 00:02:50

Interpreten der Einspielung

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