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CD-Besprechung

Heinrich Schütz

Geistliche Chor-Music 1648

Raumklang RK3903

1 CD • 57min • 2019

01.12.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Heinrich Schütz (1585-1672) gilt als der größte deutsche Komponist vor J. S. Bach, sein verdienter Ehrentitel lautet „Vater der deutschen Musik“. 1648 kam das dreißigjährige Kriegswüten in Deutschland zu seinem Ende; auch Schütz hatte unter dem langen Krieg zu leiden: Er musste miterleben, dass „die löbliche Music von den anhaltenden gefährlichen Kriegs-Läufften in unserm lieben Vater-Lande Teutscher Nation nicht allein in grosses Abnehmen gerathen, sondern an manchem Ort gantz niedergeleget worden“, hatte überdies 1625 den Tod seiner Ehefrau zu beklagen, die er 1619 als Achtzehnjährige geheiratet hatte. 1648, im Jahr des Westfälischen Friedens, zog der im siebenten Lebensjahrzehnt stehende Meister mit drei großen Veröffentlichungen ein Resümee seiner geistlichen Kompositon: 1647 und 1650 gab er die beiden Teile der Symphoniæ Sacræ heraus, zwischen diesen Sammlungen geistlicher Konzerte erschien 1648 die bedeutendste deutsche Motettensammlung des 17. Jahrhunderts, die Geistliche Chormusik.

Höchste Stufe der Meisterschaft

Zu den großen Errungenschaften von Heinrich Schütz gehört seine unbestrittene Meisterschaft, den Text in besonderer Unmittelbarkeit zu vertonen; hierbei kam ihm nicht nur die Erfahrung aus der Komposition zahlreicher geistlicher Werke zugute, er war ja auch ein Meister der noch jungen musikdramatischen Form der Oper – leider ist von seiner Dafne, der ersten deutschen Oper, keine Note der Musik überliefert; das Libretto aus der Feder des bedeutenden Dichters Martin Opitz blieb erhalten. Ein wahres Unglück angesichts der Qualität der auf uns gekommenen Musik von Heinrich Schütz: Das Werk ist sicherlich dem Opernschaffen Monteverdis ebenbürtig gewesen.

Schütz selbst war sich seines Wertes wohl bewusst, der Text im Beiheft führt ein Zitat aus der Vorrede des Komponisten zur Geistlichen Chormusik an, in dem Schütz über zeitgenössische Musik ein deutliches Urteil fällt, die wenige der Eigenschaften aufweist, die er als Kennzeichen guter Komposition für unentbehrlich hält: Sie könne „nicht bestehen, oder doch nicht viel höher als einer tauben Nuß werth geschätzet werden.“

Mustergültige Interpretation

Das Ensemble Polyharmonique ist ein multinationales Kollektiv von Gesangssolisten, das sich unter Berücksichtigung der historisch informierten Aufführungspraxis auf die Vokalmusik der Renaissance- und Barockzeit spezialisiert hat. Die Musiker präsentieren ihre Auswahl aus der Geistlichen Chormusik, die als Gesamtaufnahme 2 CDs füllen würde; diese Zusammenstellung ist aber durchaus repräsentativ für das Gesamtwerk, und die Wiedergabe durch die Musiker dient der Musik in bestmöglicher Weise, wobei auch Juliane Laake am Violone und Klaus Eichhorn an der Orgel mit ihrer zurückhaltenden, aber deutlich stützenden instrumentalen Begleitung des Gesangs positiv auffallen.

Detmar Huchting [01.12.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Heinrich Schütz
1Die Himmel erzählen die Ehre Gottes 00:05:01
2Unser Wandel ist im Himmel 00:04:14
3O lieber Herre Gott, wecke uns auf 00:03:34
4Herr, auf dich traue ich 00:03:16
5Eins bitte ich vom Herren 00:02:27
6Die mit Tränen säen 00:04:01
7Unser keiner lebet ihm selber 00:03:37
8Die Seele Christi heilige mich 00:04:38
9Ich bin eine rufende Stimme 00:04:23
10Das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort 00:05:01
11Erhöre mich, wenn ich rufe 00:02:47
12Also hat Gott die Welt geliebt 00:02:39
13Ich bin ein rechter Weinstock 00:03:49
14So fahr ich hin zu Jesu Christ 00:03:14
15Selig sind die Toten, die in dem Herren sterben 00:04:34

Interpreten der Einspielung

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