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Besprechung CD

C. Schumann & C. M. von Weber

Piano Concertos
Luisa Imorde

Berlin Classics 0302965BC

1 CD • 62min • 2017

11.07.2023

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Zwei Musikerinnen agieren hier in völligem künstlerischen Einklang: die Pianistin Luisa Imorde und die Dirigentin Marie Jacquot. Leider verrät das Booklet nichts über die Biografien oder den künstlerischen Werdegang der Beiden. Dafür verkündet die Pianistin ihre musikologisch begründete Liebe zu den gespielten Werken von Clara Schumann und Carl Maria von Weber. Diese Zusammenstellung, ja Verzahnung, von Werken beider Komponisten funktioniert gut – auch wenn die Walzerchen von Weber im Wert doch abfallen gegen die tiefgründigen Klavierarrangements von Schumanns Liedern durch seine Frau Clara. Außerdem benutzt Luisa Imorde hier in der Mitte der CD statt des Steinways einen Bösendorfer – und die Toningenieure wechseln auch. Das ergibt in der Summe einen Bruch im Hörbild: Es klingt anders, kleinräumiger und direkter. Und Luisa Imorde überinterpretiert diese kleinen unkomplizierten Walzer, statt sie einfach wie Tanzmusik dahintanzen zu lassen. In die für Klavier arrangierten Schumann-Lieder allerdings vertieft sie sich sehr, zeigt, wie Clara Schumann geschickt die Gesangsmelodien in den Klaviersatz verwebt, und spielt alles herzüberfließend drängend. Nur die Mondnacht spielt sie agogisch stauend, als wenn sie die menschliche Stimme imitieren wollte, da wäre ein natürlicher Fluss der Musik wirkungsvoller.

Waches und freudig-vehementes Klavierspiel

Große Freude bereiten die beiden Klavierkonzerte. Gewiss könnte man im 1. Satz des Klavierkonzertes von Clara Schumann den selbstbewussten Gestus der damals sechzehnjährigen Pianistin noch herausfordernder herausarbeiten, aber den „Maestoso“-Charakter betont Luisa Imorde empfindungsvoll und lässt ihren Flügel geradezu vor Klangfarben sprühen, im Finale stürmt sie mit wacher und freudiger Vehemenz durch die vertrackten pianistischen Schwierigkeiten und die Romanze des zweiten Satzes singt sie auf ihrem Flügel vorbildlich kantabel. Die Dirigentin Marie Jacquot begleitet aufmerksam und gleichsam mitatmend, die Bremer Philharmoniker animiert sie zu lebendigem und beseeltem Spiel, entlockt ihnen schillernde Orchesterfarben und hebt prägnante kleine musikalische Motive und hübsche Frage-Antwort-Spiele heraus.

Beidhändiges Oktaven-Glissando

Der Witz, der perlende Glanz, die Brillanz und der rhythmische Drive sowie die tiefe Empfindsamkeit, die das Klavierkonzert Nr. 1 von Carl Maria von Weber bieten, sind bei beiden Künstlerinnen in den besten Händen, sowohl in den Klavierfingern der Pianistin als auch in den formenden Händen der Dirigentin. Zackig-stramm marschiert das Anfangsthema des Kopfsatzes, betörend schön ist im Adagio der Zwiegesang der beiden Celli mit dem Solo-Klavier, des etwas dunklen „religioso“-Themas und der helleren Klavierfiguren im höheren Register. Und mit Wonne stürzt sich Luisa Imorde im Finale in den glitzernden Schnellwalzer mit einer Überfülle reizender Einfälle und meistert leichthändig auch das beidhändige Oktaven-Glissando hin zum mitreißend-virtuosen Schluss. Da stimmt alles im Klang, sowohl opulent im Orchester als auch satt-sonor beim Flügel, dabei bei aller Opulenz äußerst transparent und jede Instrumentengruppe scharf konturiert.

Rainer W. Janka [11.07.2023]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Clara Schumann
1Konzert a-Moll op. 7 für Klavier und Orchester 00:22:37
Robert Schumann
4Der Nußbaum op. 25 Nr. 3 00:02:58
Carl Maria von Weber
5Allemande op. 4 Nr. 1 WeV S.1 00:01:24
Robert Schumann
6Widmung op. 25 Nr. 1 00:02:29
Carl Maria von Weber
7Max-Walzer WeV S.9 00:00:53
Robert Schumann
8Die Lotosblume op. 25 Nr. 7 00:01:39
Carl Maria von Weber
9Favorit-Walzer Nr. 5 WeV S.5 00:01:21
Robert Schumann
10In der Fremde op. 39 Nr. 1 00:01:59
Carl Maria von Weber
11Adagio patetico cis-Moll 00:01:27
Robert Schumann
12Mondnacht op. 39 Nr. 5 00:03:11
Carl Maria von Weber
13Konzert Nr. 1 C-Dur op. 11 für Klavier und Orchester 00:21:35

Interpreten der Einspielung

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