Johann Sebastian Bach
Sonatas & Partitas for violin solo BWV 1001 - 1006

Coviello Classics COV 92405
2 CD • 2h 06min • 2019, 2020
12.02.2025
Künstlerische Qualität:
Klangqualität:
Gesamteindruck:
Klassik Heute
Empfehlung
Die Sammlung „Sei Solo“ von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 1720 enthält je drei Sonaten und Partiten für Violine ohne Generalbass-Begleitung. Der 1961 in Freiburg geborene Geiger Christoph Timpe hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese einzigartigen Werke nach den Prinzipen der historischen Aufführungspraxis aufzunehmen. Der Klang seines Instruments, das von einem Anonymus aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt, ist hell und klar, gestimmt auf einen niedrigeren Kammerton als heutige Geigen. Dass die Lautstärke verhältnismäßig gering ist, wird durch die Aufnahmetechnik ausgeglichen. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Tatsche, dass die Bandbreite vom Piano bis zum Forte schmaler ist. Der Solist bemüht sich allerdings, die von Bach an einzelnen Stellen vorgeschriebenen Echo-Wirkungen zu realisieren.
Souveräne Technik
Christoph Timpe gestaltet die sechs Werke technisch tadellos, auf exakte, geradezu strenge Weise, wobei er sehr sparsam mit agogischen Nuancen umgeht. So verzichtet er auch bei den Schlüssen der Einzelsätze auf die im Konzertbetrieb üblichen ausgeprägten Ritardandi. Bei den Tanzsätzen innerhalb der Partiten achtet der Interpret auf die überlieferten Tempi, so dass etwa die Correnten oder Gigen virtuose Leistungen erfordern.
Die Kunst der Mehrstimmigkeit
Besonders eindrucksvoll gelingen die mehrstimmigen Passagen wie etwa bei den Fugen, die in den drei Sonaten jeweils an zweiter Stelle stehen. Die notwendigen Akkordbrechungen richtet der Geiger so ein, dass der musikalische Fluss gewahrt bleibt und die Stimmen sich deutlich voneinander abheben. Bei einem groß angelegten Stück wie der berühmten Ciacona am Ende der d-Moll-Partita gelingt es Christoph Timpe, die Spannung über fast zehn Minuten zu steigern trotz der begrenzten klanglichen Bandbreite des barocken Instruments.
Informatives Booklet
Der Text im Beiheft (deutsch und englisch) stammt vom Interpreten und gibt genau Auskunft über die Probleme und Möglichkeiten der historischen Aufführungspraxis bei einer so außergewöhnlichen Sammlung wie den sechs Werken Bachs für Solovioline. Da spürt man die über Jahre gewonnene Erfahrung des Barockviolinisten!
Prof. Klaus Trapp [12.02.2025]
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Komponisten und Werke der Einspielung
Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
---|---|---|
CD/SACD 1 | ||
Johann Sebastian Bach | ||
1 | Sonate Nr. 1 g-Moll BWV 1001 für Violine solo | 00:14:24 |
5 | Partita Nr. 1 h-Moll BWV 1002 für Violine solo | 00:26:49 |
13 | Sonate Nr. 2 a-Moll BWV 1003 für Violine solo | 00:20:49 |
CD/SACD 2 | ||
1 | Partita Nr. 2 d-Moll BWV 1004 für Violine solo | 00:24:00 |
6 | Sonate Nr. 3 C-Dur BWV 1005 für Violine solo | 00:22:01 |
10 | Partita Nr. 3 E-Dur BWV 1006 für Violine solo | 00:17:47 |
Interpreten der Einspielung
- Christoph Timpe (Barockvioline)