Lully – Grands Motets Vol. 2
Naxos 8.554398
1 CD • 65min • 1994
01.12.2000
Künstlerische Qualität:
Klangqualität:
Gesamteindruck:
Der Mut zur enzyklopädischen Katalog-Gestaltung ist bei Naxos stets aufs Neue überraschend. Die Rechnung könnte aufgehen. Wer für den Preis einer Hochpreis-CD eine Box mit den gesamten Motetten von Lully erhält, der denkt wohl an der Kasse nicht lange nach. Noch dazu, wenn die Werke von Hervé Niquets Le Concert Spirituel eingespielt wurden, einer Truppe, die mit ihren Charpentier-Aufnahmen zeigte, daß sie zu den besten zählt, wenn es um französischen Barock geht.
Um so mehr enttäuschten die Unzulänglichkeiten auf der ersten Lully-CD. Davon ist auf dieser Fortsetzung nichts mehr zu spüren. Die einst hallige Kirchenakustik ist einem trockeneren, ehrlichen Klangbild gewichen, das für das klangvolle Instrumentarium und den farbigen Continuo-Part ideal scheint. Im chorischen Bereich scheint Niquet mit verschiedenen Besetzungen zu arbeiten, denn im Gegensatz zum Te Deum klingen die Männerstimmen um den ausdrucksvollen Peter Harvey erstaunlich homogen. Und die Solistinnen bieten mit vibratofreiem Timbre himmlisch entrückte Passagen. Für den Suchtfaktor ist wieder einmal Veronique Gens zuständig. Bei ihrem innigen Quare fremuerunt scheint die Zeit still zu stehen.
Hagen Kunze [01.12.2000]
Komponisten und Werke der Einspielung
Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
---|---|---|
CD/SACD 1 | ||
Jean-Baptiste Lully | ||
1 | Quare fremuerunt (Motette) | |
2 | O Lachrymae (Motette) | |
3 | Dies irae (Motette) | |
4 | De profundis (Motette) |
Interpreten der Einspielung
- Le Concert Spirituel (Ensemble)
- Hervé Niquet (Dirigent)