Die Lebensdaten von Christoph Demantius (1567-1643) sind von den Jahreszahlen her identisch mit denen Claudio Monteverdis, des großen Heroen des Übergangs von der Musik der Spätrenaissance zu der des Frühbarocks. Demantius geriet nach seinem Tod schnell in Vergessenheit, und auch heute ist seine Vertretung im Tonträgerkatalog nur auf ganz wenige Einspielungen beschränkt. Unverständlich, wenn man bedenkt, dass er eine bedeutende Anzahl an Kompositionen hinterlassen hat, deren Qualität unter denen seiner Zeitgenossen herausragt und auch den Vergleich mit dem großen italienischen Komponisten der Epoche nicht scheuen muss.
Passio secundum Johannem BWV 245 Version II (1725)
MDG 102 2351-6
2 CD/SACD stereo/surround • 1h 54min • 1999
18.04.2025 • 8 8 8
In der neuen Reihe „Preziosa“ präsentiert MDG eine Reihe älterer Aufnahmen, die teilweise in den Anfängen des Labels entstanden sind und die dessen Mitbegründer Werner Dabringhaus besonders wichtig sind. Der 300. Jahrestag der Uraufführung von Johann Sebastian Bachs Johannes Passion in ihrer zweiten Fassung war dabei ein zusätzlicher Anlass, eine Einspielung wieder zu veröffentlichen, die ihrerseits ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat. Sie wird bei dieser Gelegenheit erstmals im 3-D-Klang herausgebracht, was aus Kostengründen damals noch nicht möglich war.
Erstaunlich, wie viele Komponisten und Literaten des deutschen Barocks einen juristischen Hintergrund hatten. Hierzu gehören J.H. Schein, J. Kuhnau, der neben dem Thomaskantorat noch eine Kanzlei betrieb, Telemann, C. Graupner sowie die Bach-Söhne Friedemann und Carl Philipp Emanuel. Eine echte Doppelung legt die Capella Cathedralis Fulda begleitet von L’Arpa festante unter der Leitung von Franz-Peter Huber nun mit der Brockes-Passion des Hamburgischen Senatssyndicus Jacob Schuback (1726-1784) in Ersteinspielung vor. Hauptberuflich war Schuback Jurist und als Diplomat Hamburgs Vertreter beim „Immerwährenden Reichstag“ in Regensburg. Sein Vater amtierte von 1754 – dem Entstehungsjahr der Komposition – bis 1782 als Bürgermeister der Stadt. Da der Textdichter Barthold Heinrich Brockes – ebenfalls Jurist und Diplomat – und Vater Schuback seit 1737 Senatorenkollegen waren, dürften Librettist und Komponist sich näher gekannt haben.
Natura et quatuor elementa dolentia ad Sepulcrum Christi
cpo 555 419-2
1 CD • 59min • 2021
07.10.2024 • 10 10 10
Wer Pier Antonio Cesti (1623-1669) nicht kennt, kennt jedoch womöglich seinen größten Hit „Intorno all’idol mio“, der zu den beliebtesten der Arie antiche gehört, deshalb gern im Gesangsunterricht studiert wird und von Gesangsgrößen wie Elisabeth Schwarzkopf, Janet Baker, Cecilia Bartoli sowie Benjamino Gigli aufgenommen wurde. Die Ensembles Polyharmonique und Teatro del mondo haben sich jetzt eines seiner wenigen geistlichen Werke, einen Oratorium zur Verehrung des Heiligen Grabes, angenommen, das 1667 in Wien uraufgeführt wurde, als sich der Komponist zur Produktion seiner Prunkoper zur kaiserlichen Hochzeit Il pomo d’oro – nicht die Tomate, sondern „Der goldene Apfel“ – dortselbst aufhielt.
Mein Jesus, nahe doch zu mir Solo & Dialogue Cantatas II
cpo 555 656-2
1 CD • 60min • 2023
04.07.2024 • 8 9 9
Eine neue Ersteinspielung von Kantaten des bis dato so schmählich vernachlässigten Christoph Graupner (1683-1760), der mit leichter Hand ein ähnlich umfangreiches Œeuvre hinterließ wie sein Freund Georg Philipp Telemann, ist grundsätzlich immer ein Anlass zur Freude. Florian Heyerick und sein Kirchheimer Bach Consort widmen sich auf ihrer mittlerweile sechsten CD Werken aus den Jahren 1712-1716 auf Texte von Georg Christian Lehms (1684-1717), die mit zu den frühesten Beispielen der Vertonung „madrigalischer“ Libretti, wie sie von Erdmann Neumeister angeregt wurden, im Kontext der evangelischen Kirchenkantate zählen.
Die Neuaufnahme der Johannespassion Bachs beim Label Rondeau Production greift auf die erste Fassung von 1724 zurück, die in der aktuellen Auflage des Bach-Werke-Verzeichnisses unter BWV 245.1 geführt wird. Thomaskantor Andreas Reize legt dabei großen Wert darauf, sich an der traditionellen Aufführungspraxis zu orientieren. Und dies liegt besonders nah, wenn man an den Ort der Einspielung, die Thomaskirche in Leipzig, und an den Einsatz des legendären Thomanerchores wie an die Mitwirkung der auf historischen Instrumenten spielenden Akademie für Alte Musik denkt.
Das Oratorium Der sterbende Jesus des böhmischen Komponisten Antonio Rosetti (1750-1792) war im ausgehenden 18. Jahrhundert äußerst beliebt wegen seiner betrachtenden Empfindsamkeit. Heute nicht mehr – was diese Aufnahme vielleicht ändern könnte. Und Günther Grünsteudel, dem Verfasser des ebenso kenntnisreichen wie einfühlsamen Booklet-Textes, ist durchaus zuzustimmen, wenn er dies Oratorium rühmt: „Dank seines melodischen Erfindungsreichtums, differenzierter Harmonik, eines wachen Sinns für musikalische Proportionen und eines virtuosen Umgangs mit den Orchesterfarben gelingt Rosetti eine geniale (weil überhöhende) Umsetzung des hochemotionalen Textbuches“ – von Karl Friedrich Bernhard Zinkernagel, ist dazuzufügen. Der Text erzählt weniger dramatisch das Geschehen, mehr reflektiert und empfindet er.
Im Bach-Werke-Verzeichnis wird als Nummer 247 eine Markuspassion gelistet, doch bekanntlich ist hiervon nur die Textvorlage aus der Feder von Christian Friedrich Henrici, der sich Picander nannte und auch das Libretto der Johannespassion schuf, überliefert (in zwei leicht verschiedenen Fassungen aus den Jahre 1731 und 1744). Es versteht sich fast von selbst, dass diese Situation über Jahrzehnte hinweg die Fantasie vieler Musiker und Komponisten beflügelt hat. Ausgehend von der Hypothese, dass es sich bei diesem Werk um eine Parodie (also eine Adaption anderer Werke Bachs) handelte, gibt es mindestens zehn Versuche, dieses Werk zu „rekonstruieren“, und mindestens vier Komponisten haben das Libretto zudem als Basis für eigene Werke genutzt.
Ausführlich begründet das Booklet die Auswahl von Arien für Bassstimme aus Bach-Kantaten: Bach habe talentierte Universitätsstudenten „mit der Aussicht auf eine finanzielle Ergötzlichkeit an seine sonntäglichen Musikaufführungen in Thomas- und Nikolaikirche“ binden wollen und dafür insbesondere Johann Christoph Lipsius gefunden. 1726/27 habe dieser insgesamt dreimal je zwölf Taler dafür erhalten – soviel wie kein anderer belegter Helfer in Bachs Kirchen-Ensemble. Das Ensemble Le Concert Lorrain hat mit Christoph Prégardien daraus ein Konzert-Konzept bei den Thüringischen Bachwochen gemacht, so dass diese CD eine Live-Aufnahme des Konzertes in der Herder-Kirche in Weimar ist.
Der französische Organist und Komponist Marcel Dupré (1886 – 1971) hat die vierzehn Kreuzwegstationen 1932 komponiert, im Anschluss an Improvisationen zum Chemin de la Croix von Paul Claudel. Was dabei entstand, ist Programmmusik in dem Sinn, dass die Vorgänge um Christi Verurteilung bis zur Grablegung in musikalische Bilder und Symbole gefasst werden. An der 1999 erbauten Woehl-Orgel in der Kirche St. Martinus zu Sendenhorst im Münsterland spielte Winfried Lichtscheidel im April 2022 das einstündige Werk ein, wobei er die Tatsache nutzen konnte, dass diese Orgel von der Disposition her mit den französischen Cavaillé-Orgeln eng verwandt ist.
Dietrich Buxtehude sei als Komponist von Membra Jesu Christi „die Ruhe selbst, ein Meister der Versenkung, ein Anti-Dramatiker“, urteilt Peter Uehling im Booklet dieser Aufnahme. Nun kann man diese Passionsmusik, die den Leib Christi Teil für Teil musikalisch vermisst, trotzdem dramatisch musizieren – oder sie in der benannten Ruhe belassen. Gregor Meyer geht mit seiner Opella Musica einen Mittelweg: Eine betrachtende Ruhe liegt durchweg über dieser Aufnahme – aber es ist eine schmerzlich bewegte Ruhe.
Nur wer sich intensiver mit der deutschen Kirchenmusikgeschichte des 18. Jahrhunderts beschäftigt hat, wird auf den Namen des Magdeburger Musikdirektors Johann Heinrich Rolle (1716-1785) gestoßen sein. Seine Lukas-Passion entstand 1744 und weist deutliche Einflüsse der Berliner Schule um C.Ph.E. Bach, Karl Heinrich Graun und Georg Benda auf. Michael Alexander Willens, der mit seiner Kölner Akademie 2015 schon Rolles Matthäus-Passion von 1748 aufgenommen hat, liefert eine fulminante Ersteinspielung.
Die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach kennt so ziemlich jeder. Die Matthäuspassion von Bent Sørensen sollte jeder kennen. Der dänische Komponist hat die Leidensgeschichte Jesu auif spannende Weise neu vertont, das Ensemble Allegria und der Norwegian Soloists Choir unter der Leitung von Grete Pedersen bringen sie auf eindringliche Weise zum Klingen.
Passio The Passion of Our Lord Jesus Christ According to John
BIS 2612
1 CD/SACD stereo/surround • 72min • 2020
09.11.2021 • 9 9 9
„Mit der Existenz von Tintinnabuli möchte ich gewissermaßen unterstreichen, dass die Wahrheit des Herrn währet ewiglich, ich möchte sagen, dass diese Wahrheit einfach ist! Man möchte direkt zu ihr hingehen“. Mit diesem Bekenntnis und seiner Musik hat sich Arvo Pärt auf den vielleicht nicht immer geraden, aber ohne Zweifel fruchtbaren Weg dorthin gemacht: „Tintinnabuli – das ist ein erstaunlicher Vorgang – die Flucht in die freiwillige Armut: die heiligen Männer ließen all ihren Reichtum zurück und gingen in die Einöde. So möchte auch der Komponist das ganze moderne Arsenal zurücklassen und sich durch die nackte Einstimmigkeit retten, bei sich nur das Notwendigste habend – einzig und allein den Dreiklang“.
Von 1721 bis zu seinem Tod am 25. Juni 1767 war Georg Philipp Telemann in Hamburg Kantor am Johanneum und Director Musices der Hansestadt: Als Hamburgischer Musikdirector hatte er auch für die geistliche Musik an den fünf Hauptkirchen der Stadt zu sorgen – ähnlich wie es dem Kollegen Bach in Leipzig oblag, der neben der Musik für St. Thomas auch die übrigen Kirchen der Messestadt mit geistlicher Musik zu versorgen hatte. Telemann hatte sich von Hamburg ja auch 1723 neben J. S. Bach um die Stelle als Thomaskantor in Leipzig beworben; allerdings hatte er diese Bewerbung vielleicht nur lanciert, um sein Hamburger Gehalt zu verbessern, was ihm zwei Mal gelang.
Ähnlich Messiaens Turangalîla-Symphonie (1946-48) oder Ligetis 1965 entstandenem Requiem war Krzysztof Pendereckis Passio et mors Domini nostri Jesu Christi secundum Lucam von 1962-66 einer der gigantischsten Erfolge unter den großformatigen Avantgarde-Kompositionen der Nachkriegsmoderne.
Ostern ist für die Christenheit das wichtigste Fest im Kirchenjahr: Mit Karfreitag als Gedenktag des Todes Jesu von Nazareth am Kreuz und Ostern als Fest der Auferstehung Jesu Christi beinhalten diese Feiertage den Tiefpunkt im irdischen Leben des Heilands
Wer glaubt, dass nur Telemann mit den barocken Klangfarben virtuos spielte und dass nur J. S. Bach anständige Choralbearbeitungen zustande brachte, sollte sich zur Passionszeit unbedingt diese Kompositionen des Telemann-Freundes und Bach-Konkurrenten Christoph Graupner einverleiben. Seine Lösungen sind stilistisch anders, „galanter“, gefälliger jedoch immer origininell.
„Behüte Gott! Ist es doch, als ob man in einer Opera Comedie wäre“, beklagte sich eine fromme adlige Dame, nachdem sie 1729 Ohrenzeugin einer Aufführung von Bachs Matthäus-Passion im Karfreitagsgottesdienst war.
Georg Philipp Telemann, der so überaus fleißige Barockkomponist, hat in seiner Hamburger Zeit 1722 bis 1767 allein 46 Evangelien-Passionen komponiert, von denen noch 22 erhalten sind. Die Markus-Passion aus dem Jahre 1759 wurde erst jüngst ihm zugeschrieben, nachdem zuvor Johann Heinrich Rolle als Komponist gegolten hatte.
Johann Theile (1646-1724), in Naumburg an der Saale geboren, steht als Komponist zwischen den beiden größten deutschen Meistern des 17. Jahrhunderts: Er gehörte zu den letzten Schülern von Heinrich Schütz (1585-1672), und Dieterich Buxtehude (1637-1707), der zwar neun Jahre älter war und weit vor ihm starb, war nach Theiles eigener Einschätzung sein wichtigster Schüler – so bezeugte es Johann Mattheson.
Spanien war im 16. Jahrhundert eine grenzenlose Weltmacht, im Herrschaftsbereich von König Karl I. (im Heiligen Römischen Reich Kaiser Karl V.) ging die Sonne nicht unter [...]
Das muss ja ein richtiges musikalisches Schaulaufen gewesen sein in Hamburg in der Fastenzeit im Jahre 1722, fast wie ein frühes „Deutschland sucht den Komponisten-Superstar“: Vier verschiedene Vertonungen der Brockes-Passion stellte der damalige Hamburgische Musikdirektor Georg Philipp Telemann neben- bzw. hintereinander [...]
Einschüchternde 1750 Kompositionen von Christoph Graupner lassen sich auf der Online-Plattform IMSLP.org zum gegenwärtigen Zeitpunkt einsehen. Um die 2000 Werke sollen es so ungefähr sein, darunter abendfüllende Opern [...]
Ein historisches Monument der Musikgeschichte erklingt auf diesen beiden CDs: das erste Passionsoratorium in der Geschichte der protestantischen Kirchenmusik [...]
Zweifellos ein Kuriosum, was der Thomaskantor Gotthold Schwarz mit dem Concerto Vocale und dem Sächsichen Barockorchester Leipzig, beide von ihm gegründet, da für das Label cpo eingespielt hat: eine Passion von gleich drei Komponisten, also ein Passions-Pasticcio [...]
Nach der himmelstürmend-fulminanten "Johannespassion" und dem turbulent-freudigen "Weihnachtsoratorium" legt Ralf Otto mit dem Bachchor und Bachorchester Mainz nun Bachs "Matthäuspassion" vor – und wieder ist es eine tief beeindruckende Aufnahme [...]
Ernst Wilhelm Wolf (1735-1792) war ein zu Lebzeiten hochgeschätzter Komponist, der Gelehrsamkeit und musikalische Eingebungskraft zu einer für seine Zeit typische Wirksamkeit verband [...]
Zu Händels „Johannespassion“ fehlen Originalmanuskript, genauer Entstehungszeitpunkt und eine einwandfreie musikwissenschaftliche Zuordnung des Werks zu seinem Schaffen [...]
Wenn man’s liest, muss man schon aufpassen: Es ist zwar eine "Matthäuspassion", aber nicht von Johann Sebastian Bach, sondern von Johann Sebastiani, der 1622 in Weimar geboren [...]
Ralf Otto, der sich seit über vierzig Jahren den Werken von Bach widmet, hat mit seinem Bachchor Mainz eine "Johannespassion" eingespielt, die dramatisch begeistert, ja überrumpelt, die einen sofort hineinreißt in das größte Drama aller Zeiten [...]
Nicht selten entsteht bei CD-Einspielungen der Eindruck, dass schon ab dem ersten Stück das kompositorische Niveau der Werke wie auch die Qualität der Interpretation feststeht. Dies ist keineswegs pejorativ zu verstehen, denn die vorliegende Aufnahme liefert ein durchaus hörenswertes, wenn auch nicht einzigartiges Erlebnis. [...]
Benedetto Marcello (1686-1739), Mitglied einer venezianischen Advokatenfamilie und ebenso begabter wie begeisterter Amateurkomponist, steht im Mittelpunkt dieses Programms, das geistliche Musik aus dem Italien des 18. Jahrhunderts vereint. [...]
In Anlehnung an J. S. Bachs „Weihnachtsoratorium“ betitelte Kantatensammlung könnte man die zehn Kantaten von Christoph Graupner (1683-1760), die für die Passionszeit 1741 entstanden sind, ein Passionsoratorium nennen. [...]
Das umfangreiche Schaffen von Georg Philipp Telemann wie auch von seinem Patensohn und Hamburger Amtsnachfolger Carl Philipp Emmanuel Bach wurde in den letzten Jahrzehnten intensiv erforscht [...]
Der 1977 geborene lettische Komponist Ēriks Ešenvalds ist inzwischen ein angesagter Name in der Chorszene. Für seine Werke und Aufnahmen erhielt er bereits zahlreiche Preisen und Auszeichnungen, u.a. drei Mal den Großen Musikpreis Lettlands. [...]
„Die Fastenzeit, Palmtage und Marterwochen behalten wir bey. Aber nicht, dass wir jemand zu fasten zwingen, und auch nicht also, dass man das Hungertuch ausbreite, mit Palmwedel werfe, Bilder bedecke und was des päpstlich′ Gaukelwerk mehr ist als da sei: [...]
Über die musikgeschichtliche Bedeutung von Johann Heinrich Rolle (1716-1785) herrscht nach den Forschungen der letzten Jahrzehnte kein Zweifel mehr: er gilt – etwa neben den Bach-Söhnen – als einer der herausragendsten Vertreter des sogenannten „empfindsamen Stils“.[...]
Von allem etwas mit einigen interessanten Farbtupfern, so könnte man das Programm dieser CD umschreiben: Bach, Buxtehude, Mendelssohn, Franck: das ist etwas, was quasi jeder gerne hört und sich auch an so einem touristischen Hotspot wie der Jerusalemer Erlöserkirche gut macht.[...]
Als wahrer Hort der Vokalmusik schlechthin galt die Sixtinische Kapelle in Rom lange Zeit. Wenn es um die Tradition der Vokalmusik in der katholischen Liturgie ging, dann spielte dieser geschichtsträchtige Ort eine tragende Rolle, wurde hier doch über Jahrhunderte hinweg definiert, was liturgietauglich ist, welcher musikalische Stil den Anforderungen der katholischen Kirche am ehesten entspricht.
Er hinterließ ein umfangreiches Œuvre, darunter etwa vier Dutzend Opern, und er war in ganz Europa an fürstlichen Höfen wie auch an Opernhäusern tätig – Ferdinando Paër (1771-1839) war zu seiner Zeit ein überall geschätzter Komponist. Für die Nachwelt wurde er allerdings meistens durch seine Oper Leonora (1804) interessant, weil dieses Stück immer wieder mit Beethovens Fidelio verglichen wurde. [...]
Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
Campanella musica C 130199
1 CD • 59min • 2012
02.04.2015 • 8 8 8
Welchen Grund der Oboist Hansjörg Schellenberger hatte, Haydns Quartettfassung der Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze Mozarts wunderbares Oboenquartett KV 370 voranzustellen? Nimmt er damit nicht Haydns so tief empfundener Musik einen Großteil ihres sakralen Charakters? Der Mitschnitt eines Konzerts vom Karfreitag 2012 aus der Katholischen Pfarrkirche Aschau im Chiemgau vermag darauf keine Antwort zu geben. [...]
Sorau in der Niederlausitz (heute Żary in der polnischen Woiwodschaft Lebus) war Telemanns erste Arbeitsstelle, er war Kapellmeister des Reichsgrafen Promnitz an dessen dortigem Hof. [...]
Mit dem Aufleuchten des Sterns von Johann Sebastian Bach am Himmel der Musikgeschichte zu Beginn des 19. Jahrhunderts verblasste der seines Vorgängers Johann Kuhnau. Zu Lebzeiten war Bach zwar hochgeachtet, berühmter als er waren indes andere – Telemann und Graupner wären als wohlfeile Beispiele zu nennen, da 1722 der Leipziger Rat lieber einen dieser beiden in Kuhnaus Nachfolge berufen hätte. [...]
Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
Clavier 8
1 CD • 75min • 2014
17.09.2014 • 8 8 7
Joseph Haydns musikalische Ausgestaltung der Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze im Sinne einer instrumentalen Interpretation oder gar im Sinne eines nonverbalen Glaubensbekenntnisses sind in den letzten gut zwei Jahrzehnten recht häufig beachtet und in den verschiedensten Varianten [...]