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CD-Besprechung

Johannes Brahms • Robert Schumann • Paul Dukas

Ambitus amb 96 985

1 CD • 62min • 2016

20.02.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

In eine friedliche Idylle, aber auch in leidenschaftliche Stimmungen entführen der deutsche Pianist Mathias Weber, der spanische Hornist Javier Bonet sowie der russische Geiger Maxim Kosinov. Der naturverbundene Charakter des Waldhorns, aber auch die tiefe musikalische Empfindsamkeit in den Kompositionen von Brahms, Schumann und Paul Dukas bieten dafür die denkbar beste Ausgangsbasis. Und auch bei der Auswahl der drei Instrumente drückt sich ein Wille zur Werktreue aus – geht es doch darum, den Zeitkontext der gewählten Kompositionen wieder zu spiegeln.

Große musikalische Bandbreite

Johannes Brahms war vom Klang des Hornes von klein auf angetan – schon, weil sein Vater das Naturhorn blies. Sein Trio Es-Dur op. 40 favorisiert dieses Instrument, das von seiner Stimmlage her gut in die Altlage passt und die Rollenverteilung daher einem konventionellen Klaviertrio nicht unähnlich ist. Ausdrücklich bestand Brahms auf dem Naturhorn mit seinem dunklen, sanften Timbre, während er das etwas spitzer klingende Ventilhorn als „Blechbratsche“ abqualifizierte und daher eher gemieden hat. Warum er hier diese Priorität setzte, wird im befreit atmenden Spiel von Javier Bonet, Mathias Weber und Maxim Kosinov allemal erfahrbar.

Robert Schumanns Adagio und Allegro op. 70 ist deutlich „moderner“ gehalten und teilt nicht die Vorbehalte seines Kollegen. Das Horn ist hier eher als Alternative zum Violoncello gemeint – für das der Solopart ja gleichermaßen taugt. Für das Trio dieser Aufnahme bietet auch dieses Werk Möglichkeit zur Erzeugung einer großen Bandbreitevon Emotionen, von zarter Innigkeit bis hin zu feuriger Leidenschaft.

Musikalische Zeitreise

Der Hornist Javier Bonet zeigt sich in den Klangwelten beider Instrumente zu Hause. Ein befreiender naturhafter Atem entfaltet sich in seinem Naturhorn-Spiel. Filigraner wirkt es, wenn er zur moderneren Variante greift und damit die Figurationen des temperamentvollen mit „rasch und feurig“ überschriebenen zweiten Satzes im Schumann-Stück meistert. Ohne den Hornisten spielen dann Mathias Weber und Maxim Kosinov, um in Schumanns a-Moll-Sonate op. 105 den verfeinerten Dialog zu pflegen.

Das Anliegen, mit dem Klang allein und dem gewählten Instrument dem Kolorit einer vergangenen Zeit auf die Spur zu kommen, teil Javier Bonet mit dem Violinisten Maxim Kosinov und vor allem dem Pianisten Mathias Weber. Dieser nutzt einen ebenfalls sehr weich abgestimmten Érard-Flügel, um den historisch aufgeklärten Klangeindruck abzurunden. Die musikalische Zeitreise führt über die Romantik hinaus in neuzeitlichere Gefilde hinein: Wie ein Weckruf beginnt Paul Dukas Trio für Horn und Piano und sprüht nur so vor neoklassizistischem Spielwitz – auch hier ist das Horn von Javier Bonet ein Garant für verspielten Esprit und musikalische Heiterkeit, bei der auch auf seine Partner solider Verlass ist.

Stefan Pieper [20.02.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Trio Es-Dur op. 40 für Violine, Horn und Klavier 00:28:48
Robert Schumann
5Adagio und Allegro As-Dur op. 70 für Horn und Klavier 00:08:17
7Sonate Nr. 1 a-Moll op. 105 für Violine und Klavier 00:18:03
Paul Dukas
10Villanelle für Horn und Klavier 00:06:38

Interpreten der Einspielung

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