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CD-Besprechung

Malinconia

Aiolos-Duo

Antes BM319315

1 CD • 67min • 2020

10.03.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Melancholische Klänge verspricht diese Aufnahme des Aiolos-Duos, bestehend aus dem Flötisten Mathias von Brenndorff und der Harfenistin Maria Stange. Auf der 2020 eingespielten und bei Antes Edition erschienenen CD erklingen Werke für Flöte und Harfe von den Komponisten Gabriel Fauré, Johann Sebastian Bach, Erik Satie, Maurice Ravel, Arvo Pärt, Mathias von Brenndorff selbst und Louis Spohr, die alle einen eher ruhigen Charakter haben. Dabei ist die Kombination von Querflöte und Harfe ausgesprochen reizvoll und zugleich eine Herausforderung, da es erstaunlich wenig Repertoire für diese schöne Besetzung gibt. So hat der Hörer es bei dieser Aufnahme auch in erster Linie mit Bearbeitungen zu tun, die meisten davon wurden vom Duo selbst geschrieben. das Duo Mathias von Brenndorff und Maria Stange spielt schon seit einiger Zeit zusammen, was den beiden auch durchaus anzuhören ist. Beide sind oder waren als Orchestermusiker, aber auch als Solisten unterwegs und befassen sich mit der Musik aller Epochen. Betrachtet man die Biographien der beiden Musiker, so wundert man sich ehrlich gesagt über die nicht recht überzeugende Aufnahme: Von Brenndorff war mehr als 20 Jahre lang Soloflötist im Orchestre des Champs-Elysées in Paris und war darüber hinaus als Solist und Kammermusiker unterwegs sowie als Lehrer. Die Harfenistin Maria Stange ist 1. Soloharfenistin des Sinfonieorchesters der Ludwigsburger Schlossfestspiele und ebenfalls auch als Solistin und Kammermusikerin ausgesprochen gefragt.

Ein etwas blasser Windgott

Und doch erweist sich hier der Windgott als eher schwach auf der Brust: Das Spiel von Brenndorff und Stange wirkt leider allzu oft ohne Feuer oder Energie. Auch der Titel „Malinconia“ wird als Konzept nur punktuell umgesetzt – es beschleicht einen ein wenig das Gefühl, dass der Titel sich in Wirklichkeit nur auf von Brenndorffs Eigenkomposition gleichen Titels bezieht. Bereits Faurés beiden Werke, Sicilienne und Après un rêve, die den Rahmen der Aufnahme bilden, sind fehlerfrei umgesetzt, jedoch fehlt es an Wärme. Auch von Brenndorffs Ton wirkt allzu oft forciert, hier wäre vermutlich weniger mehr gewesen. Gelungener scheint da die Umsetzung von Bachs Flötensonate g-Moll BWV 1020, bei der sich jedoch angesichts seines Vibratos die Frage nach einer historisch informierten Aufführungspraxis stellt und ebenso die, inwieweit das Werk in den Kontext der Melancholie hineinpasst. Bei Saties Gymnopédie Nr. 1 und vor allem Ravels Pavane pour une infante défunte stellt sich diese Frage natürlich nicht, allerdings springt auch hier der Funke nicht so wirklich über. Das überzeugendste Werk der CD des Aiolos-Duos ist Louis Spohrs Sonate c-Moll, die dieser für sich als Geiger und seine Frau, die Harfenistin Dorette komponiert hatte. Auch wenn hier gelegentlich die recht hohen technischen Ansprüche und Schwierigkeiten zu hören sind, so scheinen die beiden Musiker hier eher mit Freude dabei zu sein als bei dem Rest der Aufnahme. Eine alles in allem CD, aus der das Aiolos-Duo konzeptionell und musikalisch viel mehr hätte machen können.

Verena Düren [10.03.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Gabriel Fauré
1Sicilienne op. 78 00:04:04
Johann Sebastian Bach
2Sonate g-Moll BWV 1020 00:12:09
Erik Satie
5Gymnopédie Nr. 1 00:03:29
Maurice Ravel
6Pavane pour une infante défunte 00:05:52
Erik Satie
7Les fils des étoiles (Préludes) 00:04:15
Arvo Pärt
8Spiegel im Spiegel 00:08:48
Mathias von Brenndorff
9Malinconia 00:07:39
Louis Spohr
10Sonate c-Moll WoO 23 00:17:12
Gabriel Fauré
12Après un rêve op. 7 Nr. 1 00:02:44

Interpreten der Einspielung

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