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CD-Besprechung

Manrico Padovani

Works for Violin
Beethoven

Ars Produktion ARS 38 585

1 CD • 75min • 2018, 2016

11.04.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Fast unüberschaubar ist die Zahl der Einspielungen von Beethovens Violinkonzert. Kommt eine weitere hinzu, liegt oft ein Vergleich besonders hinsichtlich der unterschiedlichen Interpretationsansätze nahe: gehen die Interpreten beispielsweise historisierend bzw. historisch informiert, analytisch oder schwelgerisch vor? Was aber, wenn sich eine neue Einspielung dieser oder einer in die gleiche Richtung zielenden Fragestellung entzieht?

Spontanität und exquisite Klangfarben

Manrico Padovanis Live-Aufnahme mit den Prager Philharmonikern unter der Leitung von Boris Perrenoud ist so ein Fall und macht einfach nur Staunen. Hier geht es nicht um historische Korrektheit, auch geht es nicht verkopft zu. An die Stelle von (oft einengender) Perfektion treten Herzblut und unbedingte Expressivität. A propos Perfektion: Was immer Beethoven dem Solisten auch aufbürdet – Manrico Padovani (sein Name war mir bisher nicht bekannt) steht trotz der ein oder anderen intonatorischen Auffälligkeit so entspannt über dem reinen Notentext, über den technischen und gestalterischen Herausforderungen, dass man es kaum glauben mag. Dazu gesellt sich eine überaus exquisite Tonformung sowie eine dynamische und klangfarbliche Palette, die unerschöpflich scheint. Darin stehen ihm die Prager Philharmoniker um nichts nach. Sie sind dem Italo-Schweizer in jedem Moment kongeniale Partner. Was diese Einspielung für mich aber so unvergleichbar macht, ist die Neugier der Interpreten. In ihrer souveränen und überzeugenden Musizierhaltung lassen sie sich von kleinsten Details inspirieren – eine Art des spontanen Musizierens aus dem Augenblick heraus, die mir in dieser Ausprägung bei diesem alle Grenzen seiner Gattung sprengenden Konzert noch nie begegnet ist. So impulsiv und überraschend es dabei auch immer zugehen mag: Solist und Orchester agieren im besten Einvernehmen. Sie wahren nicht nur die Proportionen und den lyrisch-konzertanten Grundcharakter des Werks, sondern lassen das Konzert Dank ihres stets wachen Kommunizierens so frisch und unverbraucht erklingen, dass es eine wahre Freude ist (wen stört da manche wohl der Live-Situation und/oder Raumakustik geschuldete Unausgewogenheit im Orchesterklang?).

Gegenseitiges Einfühlungsvermögen

Schlichtweg betörend ist Padovanis Violingesang in der Romanze F-Dur op. 50 Nr. 2 (Studioproduktion mit dem Russischen Philharmonischen Orchester Moskau unter Boris Perrenoud). Doch er kann auch anders, wie er besonders in den Ecksätzen der Sonate für Klavier und Violine D-Dur op. 12 Nr. 1 beweist. Sein Spiel pendelt in dieser Live-Aufnahme zwischen verspielten und furiosen Momenten. Gemeinsam mit Igor Longato am leider etwas dumpf klingenden Flügel tritt er in ein funkensprühendes und wiederum Staunen machendes Zwiegespräch, in welchem sich beide unentwegt unter permanenter Hochspannung anfeuern, ohne je den Eindruck von Rivalität aufkommen zu lassen; vielmehr steht gegenseitiges Einfühlen hörbar an erster Stelle. Kurzum: Vom ersten bis zum letzten Ton dieser CD ein Beethoven und ein Geigenspiel zum uneingeschränkten Genießen.

Christof Jetzschke [11.04.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Konzert D-Dur op. 61 für Violine und Orchester 00:45:27
4Romanze Nr. 2 F-Dur op. 50 für Violine und Orchester 00:09:07
5Sonate Nr. 1 D-Dur op. 12 Nr. 1 für Violine und Klavier 00:20:28

Interpreten der Einspielung

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