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[2021] Gennadi Roschdestwenski 90. Geburtstag

* 1931

4

Mai

vor 91 Jahren

in Moskau


Gennadi Roschdestwenski war einer der bedeutendsten russischen Dirigenten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er war der erste Dirigent der Sowjetunion, der auch Chefdirigent ausländischer Orchester war, er war der erste, der Werke von Carl Orff, Paul Hindemith, Béla Bartók und Maurice Ravel in der Sowjetunion aufführen durfte und einer der wenigen, die überhaupt ausreisen durften. Geboren wurde Roschdestwenski am 4. Mai 1931 in Moskau. Er nahm den Namen seiner Mutter Natalja Petrowna Roschdestwenskaja, eine Sängerin, an, um auszuschließen, dass seine eigene Karriere in den Ruch der Protektion durch seinen Vater Nikolai Pawlowitsch Anossow, der ein bekannter Dirigent war, gebracht werden konnte. Roschdestwenski absolvierte ein Klavierstudium am Moskauer Konservatorium und erlernte die Grundzüge des Dirigierens von seinem Vater. Sein Dirigentendebüt gab er 1951 am Bolschoi-Theater mit einer Aufführung des Balletts Der Nussknacker von Tschaikowsky. Nach einer Assistenzzeit am Bolschoi-Theater leitete er von 1961 bis 974 das Rundfunk-Sinfonieorchester der UdSSR und durfte bereits 1961 in den Westen zum Edinburgh-Festival reisen, wo er die Sinfonien Nr. 4 und 12 von Schostakowitsch dirigierte. Ab 1964 war er gleichzeitig auch Künstlerischer Leiter des Bolschoi-Theaters, 1970 übernahm er die musikalische Leitung der Moskauer Kammeroper. Ab 1974 war er im westlichen Ausland tätig: Von 1974 bis 1977 als Künstlerischer Direktor des Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, von 1978 bis 1981 als Chefdirigent des BBC Symphony Orchestra London und von 1980 bis 1982 als Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Daran anschließend übernahm er bis 1992 das Sinfonieorchester des Ministeriums für Kultur der UdSSR, um von 1991 bis 1995 erneut das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra zu übernehmen. Ab 1994 war er Vorsitzender des künstlerischen Beirates des Bolschoi und übernahm im Jahr 2000 noch einmal die künstlerische Leitung des Bolschoi-Theaters. Nach heftigen Protesten seiner Inszenierung der Prokofjew-Oper Der Spieler gab er diese Position allerdings ein Jahr später wieder auf. Roschdestwenski trat nicht nur im westlichen Europa auf, sondern unternahm ausgedehnte Konzerttournee auch nach Japan und in die USA. Zahlreiche Werke wurden ihm gewidmet, er selbst hinterließ ein Vermächtnis von über 800 Werken, die auf Tonträger aufgenommen wurden. In seiner Bescheidenheit sagte er einst in einem nmz-Interview: „Das klingt ja sehr schön, eine Ikone zu sein. Andererseits ist es sehr kompliziert, denn eine Ikone betet man an. Ich habe zumeist etwas mit einem Orchester zu tun. Und mit Musik. Ich bin also lieber ganz einfach ein Mensch.“ Der Mensch Gennadi Roschdestwenski starb am 16. Juni 2018 in Moskau.

»Gennadi Roschdestwenski: Biographie und Einspielungen«

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