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Komponisten: Aktuelle Infos

Josef Lanner 220. Geburtstag

österr. Komponist

* 1801

11

April

vor 220 Jahren

in Wien


Joseph Lanner gilt neben Johann Strauß (Vater) als „Vater des Wiener Walzers“. Mit seinen Werken – Ländler, Galoppe, Potpourris, Tänze, Märsche und Walzer – gab er der Zeit der Wiener k. u. k. Monarchie im 19. Jahrhundert eine entscheidende musikalische Prägung, die in Johann Strauß (Sohn) ihren Höhepunkt fand. Dabei hatte Lanner gar keine reguläre musikalische Ausbildung genossen, sondern seine musikalischen Fähigkeiten weitgehend autodidaktisch entwickelt. Er wurde am 12. April in Oberdöbling bei Wien geboren. Seine musikalische Laufbahn begann erst nach einer Ausbildung zum Graveur. Er hatte Geige gelernt und spielte mit 12 Jahren im Orchester seines Lehrer. Hier lernte er Johann Strauß sen. kennen. Beide blieben lebenslang Freunde, aber auch Konkurrenten. 1818 bildete Lanner ein Streichtrio, das 1823 mit Johann Strauß zum Streichquartett erweitert wurde. 1824 wurde das Ensemble noch einmal entscheidend zum Streichorchester und schließlich zum Sinfonieorchester vergrößert. Lanner spielte mit diesen Ensembles in Kaffeehäusern und veranstaltete die ersten Promenadenkonzerte. 1829 wurde Lanner Musikdirektor der k. u. k. Redoutensäle, 1833 wurde er Musikdirektor der Wiener Regimentskapelle. Er war einer der herausragenden Tanzkapellmeister Wiens seiner Zeit. Während das musikalische Programm anfänglich überwiegend von Opernparaphrasen geprägt war, drückte Lannder ihnen im Laufe der Zeit durch eigene Werke immer stärker seinen persönlichen Stempel auf. So schuf er über 200 im Druck erschienene Werke. Zu seinen bekanntesten Walzern gehören der Pesther Walzer, der Trennungswalzer, Die Werber, Die Hofballtänze und Die Schönbrunner. Joseph Lanner starb vor 175 Jahren am 14. April 1843 im Alter von nur 43 Jahren an Typhus.

Die besten Besprechungen mit Josef Lanner

15.03.2004
»zur Besprechung«

Neujahrskonzert 2004 / DG
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01.05.2001
»zur Besprechung«

Neujahrskonzert 2001 / Teldec
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01.05.2002
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Dance Music From Old Vienna / Naxos
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27.02.2006
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Neujahrskonzert 2006 / DG
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»Josef Lanner: Biographie und Einspielungen«

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Igor Strawinsky 50. Todestag

russ. Komponist

† 1971

6

April

vor 50 Jahren

in New York


Der russische Komponist Igor Strawinsky ist einer der wichtigsten Wegbereiter der Moderne. Seine Stilistik zeigte sich im Laufe seines langen Lebens extrem vielseitig und stets innovativ, selbst da, wo sie auf traditionelle Technik zurückgreift. Sie reicht von seinen impressionistischen Anfängen über Polytonalität, orgiastische Rhythmik, Jazzelemente und Zwölftontechnik zu archaischen Klängen und Huldigungen an Schütz und Bach und ist nie epigonenhaft, sondern stets originär. Als Sohn eines angesehenen Opernsängers am 17. Juni 1882 in Oranienbaum bei St. Petersburg geboren, wuchs er in einem musikfreundlichen Umfeld auf und wurde bereits als Kind mit russischen Opern – allen voran denen Glinkas – vertraut. Aber erst mit 21 Jahren nahm er Kompositonsunterricht und war drei Jahre lang Schüler von Rimsky-Korssakow. Gleichzeitig absolvierte er ein Jurastudium an der Universität von St. Petersburg, das er 1905 abschloss. 1906 heiratete er Jekaterina Nossenko und lebte abwechselnd in St. Petersburg und auf dem Gut seiner Frau in Wolhynien. Entscheidend für Strawinskys weiteren Lebensweg war die Bekanntschaft mit dem Begründer der Ballettkompagnie „Ballets Russes“ Sergei Diaghilew, der zur damaligen Zeit in Paris das Ballett mit neuen Ideen, Impulsen und modernen Vertonungen revolutionierte. In dessen Auftrag schrieb Strawinsky die Ballette Der Feuervogel (nach einem russischen Märchen, UA Paris 1910), Petruschka (ein Stoff aus dem russischen Jahrmarktmilieu, UA Paris 1911) und Le sacre du printemps (Szenen aus dem heidnischen Russland, UA Paris 1913). Letzteres verursachte durch seine bisher nicht gekannte rhythmische und dissonante rücksichtslose Härte einen handfesten Theaterskandal. Mit den ersten beiden Balletten erwarb sich Strawinsky den Ruf eines ungewöhnliches Talents, mit „Sacre“ wurde er zum glänzendsten, skandalösesten Neutöner seiner Zeit. Mit seinen Pariser Ballettmusiken hob Strawinsky das Ballett aus der bloßen Unterhaltungssphäre des 19. Jahrhunderts auf die Höhe zeitgenössischer Kunst und initiierte zusammen mit Diaghilew eine neue Ballettepoche. Wegweisend blieb Strawinsky immer, sei es durch sein zenisches Melodrama Die Geschichte vom Soldaten (1918), konzipiert für ein Wandertheater mit einem Vorleser, drei Pantomimen und kleinem Kammerorchester, sei es durch sein Ballett mit Gesang Pulcinella (1920), das durch die Beschäftigung mit Pergolesi eine Wende zur klassischen Polyphonie mit sich brachte, sei es durch die Opera buffa Mavra (1922) und die Oper Oedipus Rex nach Sophokles mit lateinischem Text (1927), die ihrerseits die zeitgenössische Oper stark beeinflusste oder auch mit Werken wie Apollon Musagète (1928/1947, Psalmensinfonie (1930/1949), Jeu de cartes (1936), The Rake's Progress (1951) oder Threni (1958). Vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs zog sich Strawinsky von Paris in die Schweiz zurück. Ab 1915 trat er auch als Pianist und Dirigent in Erscheinung. Die Oktoberrevolution 1917 verhinderte eine Rückkehr nach Russland. Erst im hohen Alter betrat Strawinsky für nur wenige Besuchstage wieder russischen Boden. 1920 kehrte er nach Paris zurück, wo er fruchtbare künstlerische Beziehungen zu Größen wie Cocteau, Gide, Picasso und Matisse pflegte. 1934 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft. 1939 hielt er Vorlesungen an der Harvard University. Der drohende Einmarsch Hitlers in Frankreich veranlasste Strawinsky schließlich zur Emigration in die USA, die er bereits 1915/1916 und 1925 besucht hatte. 1946 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. In den 50er Jahren brachte die Beschäftigung mit der Zwölftontechnik Schönbergs und Weberns einen erneuten Stilwechsel in Strawinskys Schaffen, das sich besonders durch seine Vielseitigkeit und Vielgestaltigkeit auszeichnet. Igor Strawinsky starb am 6. April 1971 in New York. Er wurde auf seinen eigenen Wunsch hin auf dem Friedhof San Michele in Venedig beigesetzt, auf dem auch seine zweite Frau Vera begraben ist. Ihm ist ein Stern auf dem berühmten Hollywood Walk of Fame gewidmet.

»Igor Strawinsky: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im April

Uraufführungen im April

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