Mit Werken wie Orpheus in der Unterwelt, Die schöne Helena, Pariser Leben, Die Großherzogin von Gerolstein, Blaubart oder Die Banditen schuf Jacques Offenbach ein neues, eigenes Musikgenre, das sich durch Witz, Parodie, satirische Gesellschaftskritik, aber auch durch schmissige Melodien und zündende Rhythmen auszeichnete: die Operette. Er nahm die Dekadenz des Kaiserlichen Hofs, das Pariser Gesellschaftsleben, Meyerbeer und auch Gluck auf unterhaltsame Weise aufs Korn und begeisterte damit nicht nur das Pariser Publikum. Geboren wurde Offenbach am 20. Juni 1819 in Köln. Sein Vater war Kantor in einer Kölner Synagoge. Jacques (Jakob) hatte neun Geschwister, von denen mehrere musikalisch sehr begabt waren. Sein Vater unterrichtete ihn in Cello und Violine und Jacques bewies soviel Talent, dass er 1833 am Pariser Konservatorium studieren durfte, obwohl Ausländer eigentlich nicht zugelassen waren. 1835 wurde er Cellist an der Opéra Comique, ab 1837 hatte er Kompositionsunterricht bei Jacques Fromental Halévy. Er begann, kleinere Stücke zu komponieren – Romanzen, Walzer und Salonstücke. Er war ein hervorragender Virtuose und spielte mit Pianisten wie Anton Rubinstein, Franz Liszt und Felix Mendelssohn Bartholdy. 1850 wurde Offenbach Kapellmeister am Théâtre français und eröffnete am 5. Juli 1855 sein eigenes Theater, das Théâtre des Bouffes-Parisiens. Er brachte eine Vielzahl an kleinen, einaktigen Stücken heraus, die als „Musiquettes“ großen Beifall fanden. Zusammen mit diesen „Musiquettes“ verfasste Offenbach über 100 Bühnenwerke. Mit der Uraufführung von Orphées aux Enfers am 21. Oktober 1858 in der Bouffes-Parisiens feierte Offenbach einen seiner größten Erfolge, der ihn in ganz Europa populär machte. 1860 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft, 1861 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Mit Ausbruch des deutsch-französischen Krieges 1870 wurde die Lage für Offenbach allerdings sehr prekär. Die französische Presse bezeichnete ihn als „Spion Bismarcks“, in Deutschland galt er als „Vaterlandsverräter“. Er brachte seine Familie in Spanien in Sicherheit und unternahm Konzerttourneen durch Italien und Österreich. Nach Kriegsende kehrte er im Juni 1871 nach Paris zurück, konnte jedoch an seine früheren Erfolge nicht mehr anknüpfen. 1873 übernahm er das Théâtre de la Gaîté, das er aber bereits 1875 wieder schließen musste. Im Jahr darauf unternahm er eine sehr erfolgreiche Tournée durch Großbritannien und in die USA. Ab 1877 widmete er sich der Komposition seiner einzigen Oper Les contes d'Hoffmann, die er jedoch nicht mehr fertigstellen konnte. Die Orchestrierung besorgte Ernest Guiraud, die Uraufführung erfolgte posthum am 10. Februar 1881. Jacques Offenbach ist am 4. Oktober 1880 in Paris gestorben.
»Jacques Offenbach: Biographie und Einspielungen«
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